habito

26. Februar 2018
von habito
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Grüne Energie – Photosynthese

Eine Nanokapsel, made in Würzburg, auf dem Titelblatt der Zeitschrift Nature Chemistry

Die Photosynthese der Pflanzen nachahmen? Wenn das gelänge, hätte die Menschheit einige Sorgen weniger. Chemiker von der Uni Würzburg haben auf dem Weg zur künstlichen Photosynthese jetzt Fortschritte erzielt.

Die Photosynthese der Pflanzen nachahmen? Wenn das gelänge, hätte die Menschheit einige Sorgen weniger. Chemiker von der Uni Würzburg haben auf dem Weg zur künstlichen Photosynthese jetzt Fortschritte erzielt.

Faszinierend komplex ist die Struktur, die an der Universität Würzburg in den Labors der Organischen Chemie entwickelt wurde: Tausende von gleichartigen Molekülen drängen sich zu einer Kapsel zusammen, die mit einer anderen Sorte von Molekülen gefüllt ist. Nur 20 bis 50 Nanometer beträgt der Durchmesser einer Kapsel – das ist ein Zehntausendstel eines Stecknadelkopfes.

Derart aufwändige Gebilde sind in der Chemie nicht gerade alltäglich. Kein Wunder also, dass die Würzburger Nanokapseln in der November-Ausgabe der Zeitschrift Nature Chemistry auf der Titelseite präsentiert werden. Außerdem können sie etwas, das für chemisch synthetisierte Moleküle bislang nicht beschrieben ist.

Eingekapselte Moleküle übertragen Energie

Die Nanokapseln besitzen eine Eigenschaft, die bei der Photosynthese der Pflanzen wichtig ist: Die in der Kapsel liegenden Moleküle absorbieren Lichtenergie und geben einen Teil davon in Form von Fluoreszenzlicht wieder ab. Den anderen Teil aber übertragen sie mittels Energietransfer auf die Kapselmoleküle, die daraufhin ebenfalls Fluoreszenzlicht ausschicken.

Bei der Photosynthese geschieht – vereinfacht gesagt – nichts anderes: Moleküle fangen die Energie des Sonnenlichts ein und übertragen sie in einem komplizierten Prozess auf andere Moleküle, bis die Energie am Ende chemisch gebunden ist: Die Kraft der Sonne steckt dann in wertvollen Kohlenhydraten, aus denen Pflanzen, Tiere und Menschen ihre Lebensenergie schöpfen.

Prinzipiell sollten sich die Nanokapseln daher als Bausteine für eine künstliche Photosynthese-Maschine eignen. „Das Licht würden sie sogar wesentlich effizienter nutzen als Pflanzen, weil ihre synthetischen Doppelschichtmembranen zu hundert Prozent aus photoaktivem Material bestehen“, sagt Professor Frank Würthner.

Wozu künstliche Photosynthese gut ist

Warum die Forschung nach der künstlichen Photosynthese strebt? Pflanzen verbrauchen bei der Photosynthese den „Klimakiller“ Kohlendioxid. Angesichts der globalen Erwärmung sehen viele Wissenschaftler eine künstliche Photosynthese als Möglichkeit, um das Treibhausgas Kohlendioxid in der Atmosphäre mengenmäßig zu reduzieren. Außerdem würden bei diesem Prozess wertvolle Rohstoffe entstehen: Zucker, Stärke und das Gas Methan.

Einzigartiges Material für die Kapselhülle

Die Würzburger Nanokapseln bestehen aus einem einzigartigen Material. Entwickelt wurde es im Arbeitskreis von Frank Würthner auf der Basis so genannter amphiphiler Perylenbisimide. Gibt man den als Pulver isolierbaren Grundstoff in Wasser, bilden seine Moleküle dort automatisch so genannte Vesikel, die aber noch nicht beständig sind. Erst durch eine Photovernetzung mit Licht werden sie zu robusten Nanokapseln, die in wässriger Lösung stabil sind – egal welcher pH-Wert dort herrscht.

Bispyrene als Füllung der Kapseln

Die Füllung der Nanokapseln mit weiteren photoaktiven Molekülen ist dem chinesischen Gastwissenschaftler Dr. Xin Zhang gelungen. Als Stipendiat der Humboldt-Stiftung hält er sich derzeit im Arbeitskreis von Professor Würthner auf.

Zhang schleuste Bispyren-Moleküle in die Nanokapseln ein. Ihre Besonderheit: Sie verändern ihre Gestalt in Abhängigkeit von der Umgebung. Bei niedrigem pH-Wert, also in einer sauren Umgebung, nehmen sie eine langgestreckte Form an. Regt man sie mit UV-Licht an, strahlen sie blaues Fluoreszenzlicht aus.

Steigt der pH-Wert, klappen sich die Moleküle zusammen. In dieser Gestalt geben sie grünes Fluoreszenzlicht ab. In diesem Zustand regen die Bispyrene die Kapselhülle energetisch an – und die reagiert darauf mit roter Fluoreszenz.

Blau, grün und rot. Überlagern sich die drei Grundfarben, kommt dabei weiß heraus – wie bei einem Farbfernseher. So ist es auch bei den Nanokapseln: Bei einem pH-Wert von 9, also recht nahe beim Neutralpunkt, strahlen sie weißes Fluoreszenzlicht ab – „ein in der Sensorik bislang einmaliger Effekt, der wegweisend für das Design von Fluoreszenzsonden für die Lebenswissenschaften sein dürfte“, so Professor Würthner.

Nanosonde für pH-Messungen

Die Würzburger Chemiker haben damit eine höchst empfindliche Nanosonde zur Hand: Denn über die Wellenlänge des Fluoreszenzlichts, das die Nanokapseln ausstrahlen, lässt sich der pH-Wert einer wässrigen Lösung mit nanoskaliger Ortsauflösung bestimmen.

Nicht nur für die künstliche Photosynthese kommen die Nanokapseln darum in Betracht, sondern auch für diagnostische Anwendungen: Zum Beispiel könnte man sie mit speziellen Oberflächenstrukturen ausstatten, die gezielt an Tumorzellen andocken und diese dann mittels Fluoreszenz sichtbar machen.

Beide möglichen Anwendungen sind Gegenstand weiterer Forschungsarbeiten am Lehrstuhl von Frank Würthner. Die hier beschriebenen Arbeiten wurden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Kontakt
Prof. Dr. Frank Würthner, T (0931) 31-85340,
wuerthner@chemie.uni-wuerzburg.de

„Vesicular perylene dye nanocapsules as supramolecular fluorescent pH sensor systems”, Xin Zhang, Stefanie Rehm, Marina M. Safont-Sempere & Frank Würthner, Nature Chemistry 1, 623 – 629 (2009), doi:10.1038/nchem.368

Von Robert Emmerich

02.11.2009, 16:07 Uhr

8. Februar 2018
von habito
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Dreck

Bevor der Frühling richtig schön wird, ist er hässlich, nichts als Dreck und Matsch.

Aber dann verwandelt sich die Natur, wird bunt und üppig. Dafür sorgt der Humus im Boden. Er entsteht durch Zersetzung abgestorbener Materie, er gibt den Pflanzen Nahrung. Mir gefällt, dass das Wort Humus verwandt ist mit humilis, lateinisch für demütig. Ist es nicht so, dass demütigende Ereignisse in unserem Leben, die uns „beschmutzen“, uns „in den Dreck ziehen“, oft den fruchtbaren Boden bilden für Neues, Schönes?

(Parker J. Palmer, US-amerikanischer Autor in „Let Your Life Speak“)

8. Februar 2018
von Paul
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Es interessiert mich nicht

Es interessiert mich nicht, wie du deinen Lebensunterhalt verdienst, ich will wissen, was du brennend gerne tun würdest, und ob du zu träumen wagst, dass das, was du dir von ganzem Herzen wünschst, in Erfüllung geht.

Es interessiert mich nicht, wie alt du bist. Ich will wissen, ob du bereit bist, als Narr da zu stehen, für die Liebe, für deine Träume, für das Abenteuer, lebendig zu sein.

Es interessiert mich nicht, ob die Welt um dich herum zu deiner Weltanschauung passt. Ich will wissen, ob du die Mitte deines eigenen Kummers berührt hast, ob du durch den Verrat von Leben geöffnet worden bist oder ob du dich aus Angst vor weiterem Schmerz zurückgezogen hast. Ich will wissen, ob du Schmerz aushalten kannst, meinen oder deinen eigenen, ohne zu versuchen, den Schmerz zu verstecken, ihn auszublenden oder ihn zu beseitigen. Ich will wissen, ob du Freude aushalten kannst, meine und sogar deine. Ob du so ausgelassen tanzen kannst, dass dich das Gefühl der Ekstase bis zu den Finger- und Zehenspitzen erfüllt, ohne dass das Warnschild aufleuchtet, dass wir doch vorsichtig oder realistisch sein müssen, dass wir die Begrenztheit unserer menschlichen Existenz nicht vergessen dürfen.

Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem du studiert hast. Ich will wissen, was dich von innen her stützt, wenn alles andere wegfällt. Ich will wissen, ob du mit dir selbst allein sein kannst; und ob die Gesellschaft, die dir in der Einsamkeit bleibt, gefällt.

Von: Oriah House in: „Dreams of Desire“, Verlag Mountain Dreaming 1995

8. Februar 2018
von thobit
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Balkon im Sommer, Wohnraum im Winter

Balkone kleben wie Kühlrippen an Häuserblöcken und leiten behagliche Wärme nach draußen. Zudem ist dieser Teil des Wohnraums bei Kälte kaum nutzbar. Im Sommer dagegen möchte kaum jemand auf seinen Balkon verzichten.

flissade

Wohnraum oder Balkon? Der Übergang ist hier fließend. (Bild: flissade GmbH)

Ehemalige Studierende der Technischen Universität München (TUM) haben eine bewegliche Primärhülle entwickelt, also eine Fassade, die man nach Belieben verschieben kann. Im Wesentlichen handelt es sich um eine Fensterfront, die man im Winter an die Außenseite des Balkons schieben kann. Man vergrößert seinen Wohnraum, merzt die „Kühlrippen-Wirkung“ aus und nutzt die Sonnenstrahlung, die den Raum erwärmt und somit weitere Energie einspart. Während der Heizperiode werden die solaren Zugewinne um bis zu 300 Prozent gesteigert. Locken dagegen warme Temperaturen ins Freie, kann man die Fensterfront mit wenigen Handgriffen verschieben und den Balkon wieder Balkon sein lassen.

Vom Prinzip her ähnelt das Konzept einer Schiebetür, die man allerdings nicht nur zur Seite, sondern auch um die Kurve bewegen kann. Dies wird über eine U-förmige Schiene realisiert. Der Bewegungsradius der Elemente ist minimal – Tisch, Couch und Co. können an ihrem Platz bleiben, wenn die Türen verschoben werden. Wie gut die Idee ist, zeigt sich auch in den Preisen, die die beiden flissade-Gründer erhalten haben: Den Innovationspreis Bayern 2016, den Münchner Gründerpreis 2017 sowie den Bayerischen Gründerpreis 2017.

Mehr lesen Sie in der Pressemitteilung der Technischen Universität München (TUM)

7. Februar 2018
von thobit
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Selbstversorgung aus 400 Quadratmeter kleinem Stadtgarten funktioniert

Als Jules Dervaes mit seinem Projekt begann, glaubte er selbst kaum daran, dass es funktionieren würde: Aus knapp 400 qm Bodenfläche mitten in der Stadt eine 5-köpfige Familie zu ernähren, das klang eher wie eine Utopie als wie ein realistischer Plan! Doch nach einiger Zeit erwirtschaftete er sogar Überschüsse und verdiente damit zusätzlich 20.000 Dollar pro Jahr. Die Stadtfarm bringt pro Jahr 2.700 kg Nahrung hervor. Neben 400 verschiedenen Sorten von Gemüse und Obst »ernten« die Dervaes’ auch  Tausende Eier pro Jahr, denn sie halten in ihrem Öko-Paradies auch Hühner und Enten. Das Federvieh sorgt außerdem dafür, dass sich das Aufkommen gefräßiger Insekten in Grenzen hält, und macht so die Verwendung von Pestiziden überflüssig. Auch Ziegen, Bienen und natürlich jede Menge Kompostwürmer gehören zum Nutztierzoo der Familie. Weiterlesen…
Quelle: nur-positive-nachrichten.de via trendsderzukunft.de

 

Literaturtipps:

SelbstversorgergartenDer Selbstversorger-Garten

„Der Selbstversorger-Garten“ (Elke von Radziewsky, BLV Buchverlag) stellt das komplette Grundlagenwissen zum Anlegen und Bewirtschaften eines Nutzgartens zusammen. In Hintergrund-Reportagen werden Menschen vorgestellt, die sich mit wichtigen Pflanzen eines Nutzgartens beschäftigen – etwa ein Kartoffelspezialist oder ein Experte für alte Obstsorten.

 

 

300-qm-Gemuseland

Auf 300 qm Gemüselland den Bedarf eines Haushalts ziehen: Anleitung zum Gemüsebau des kleinen Mannes und zur Bewirtschaftung von Schreber- und Kleingärten aller Art

Der Autor, Gartenbaudirektor in Eisenach, beschreibt in diesem Buch, das in der vorliegenden Fassung bereits 1926 erschien, knapp, aber umfassend und sehr präzise, wie es jedem gelingen kann, in einem wenige hundert Quadratmeter großen Garten den täglichen Bedarf an Gemüse und Beerenobst für die ganze Familie anzubauen.
Seine Ausführungen sind auch heute noch überaus aktuell. Neben vielen Hinweisen, Arbeitsanleitungen und Tipps für die Arbeit im Nutzgarten nennt er auch die wohlschmeckendsten, ertragreichsten und widerstandsfähigsten Früh- und Spätsorten von Gemüse und Beerenobst aus dieser Zeit, von denen bis heute noch viele erhältlich sind. Dabei lassen die Grundsätze und Methoden dieser alten Gartenbaukultur immer wieder Parallelen zu den Prinzipien der Permakultur erkennen.
Ein alphabethisches Nachschlagewerk im zweiten Teil macht es leicht, schnelle und sehr praktische Informationen über die wesentlichen Pflanzen, Schädlinge, Anbau- und Arbeitsmethoden wie auch Hilfsmittel zu bekommen.

7. Februar 2018
von Paul
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Von Handel, Habgier und Hunger

Und ein Kaufmann sagte: Sprich zu uns vom Handel.
Und der Prophet antwortete und sagte:
Die Erde schenkt euch ihre Früchte, und ihr werdet keinen Mangel leiden, solange ihr zuzugreifen wisst. Durch Tauschen der Gaben der Erde sollt ihr Überfluss finden und gesättigt werden. Doch wenn das Tauschen nicht in Liebe und gütiger Gerechtigkeit geschieht, wird es lediglich bei einigen zu Habgier und bei anderen zu Hunger führen. Wenn ihr Arbeiter der See und des Feldes und des Weinbergs zum Markt geht und den Webern und Töpfern und Sammlern von Gewürzen begegnet, ruft dann den höchsten Geist der Erde an, dass er unter euch komme und die Waagschalen heilige und die Rechnung, die Wert gegen Wert abwägt. Und lasst nicht zu, dass die, deren Hände unfruchtbar sind und die ihre Worte gegen euren Schweiß eintauschen möchten, an euren Geschäften teilhaben. Solchen Menschen sollt ihr sagen: Kommt mit uns aufs Feld oder fahrt mit unseren Brüdern hinaus auf See und werft eure Netze aus. Denn das Land und die See werden euch ebenso reich beschenken wie uns. Und kommen die Sänger und Tänzer und Flötenbläser zum Markt, kauft auch von deren Geschenken. Denn auch sie sind Sammler von Früchten und Weihrauch, und das, was sie bringen, ist – wenn auch aus Träumen gewirkt – Kleidung und Speise für die Seele. Und bevor ihr den Marktplatz verlasst, vergewissert euch, dass niemand mit leeren Händen ziehen musste. Denn der höchste Geist der Erde wird nicht eher ruhig auf den Flügeln des Windes schlafen, bis die Bedürfnisse des Geringsten unter euch befriedigt worden sind.

Entnommen aus: Khalil Gibran: „Der Prophet“, dtv, München, 2008, S. 39f

7. Februar 2018
von thobit
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Alte Gebäude altersgerecht umnutzen

Eine Publikation der Age-Stiftung

Age-StiftungWohnungen für ältere Menschen findet man in historischen Altstadt- und Bauernhäusern, in Gasthöfen, Klosteranlagen und an anderen interessanten Orten. Damit Umnutzungen gelingen, müssen bereits früh im Projekt komplexe Abklärungen und Analysen gemacht werden. Diesem Aufwand stehen die Vorteile vieler Altbauten gegenüber: Die Lage ist zentral, die Versorgungswege sind kurz und es gibt Möglichkeiten für spontane Begegnungen.
Im Age-Dossier sind die Erfahrungen und das Know-how aus geförderten Umnutzungsprojekten zusammengefasst. Zudem kommen Experten aus dem Denkmalschutz, dem Brandschutz und der hindernisfreien bzw. altersgerechten Bauweise zu Wort.

Als praktische Arbeitsgrundlage dienen die Planungshinweise «Umnutzung in Alterswohnungen» von Felix Bohn, die dem Heft separat beigelegt sind.
Das Age-Dossier kann kostenlos bestellt oder online als PDF bezogen werden. Weitere Informationen zum Thema und zu entsprechenden Projekten sind auf der Themenseite «Gebäude umnutzen» abrufbar.

Zum Download: Publikationen-Shop der Age-Stiftung

7. Februar 2018
von thobit
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Das SolPad Mobile liefert mobile Solarenergie mit Speicher für Camper und Mieter

Mobile Solaranlagen lassen bezüglich ihrer Leistung und der zugehörigen Features häufig zu wünschen übrig, SolPad Mobile soll nun diese Lücken füllen. Die Module besitzen eine Speichereinheit und ein digitales Management-System, außerdem sollen sie eklatant leistungsfähiger sein als bisherige Produkte.

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Mobile Solarenergie liegt voll im Trend! / Foto: SolPad

Ein Modul inklusive Speicher wiegt etwas mehr als 11 kg

Die produzierende Firma schreibt sich auf die Fahnen, Solarenergie »demokratisieren« zu wollen, sodass wirklich alle etwas davon haben. Ihr SolPad-Mobile-System lässt sich in industrialisierten Regionen hauptsächlich als Beitrag zum Umweltschutz verstehen, in weniger entwickelten Ländern dient es auch dazu, von teuren fossilen Brennstoffen loszukommen. Zudem können sich Camper, Tiny-Haus-Besitzer und digitale Nomaden im »Arbeitsvan« netzunabhängig mit Strom versorgen, und zwar rund um die Uhr. 25 Pfund soll so eine Anlage wiegen, das sind etwas mehr als 11 kg. Jeder Mieter kann sich dieses Gerät einfach auf den Balkon stellen, vorausgesetzt, die Sonne ist ihm hold.

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So sehen die mobilen Geräte von hinten aus. / Foto: SolPad

Ein flexibler »Stromtank« für unterwegs – für Netzstrom und Solar

Eine Einheit kostet aktuell 1.795 Dollar, der Preis kann auch in Raten zu je 150 Dollar gezahlt werden. Damit liegen die Anschaffungs- und Installationskosten nach Aussage der Firma höchstens bei der Hälfte des marktüblichen Preises. Das System kann sowohl Solar- als auch Netzenergie speichern, ist also ein flexibler »Stromtank« für unterwegs. Dazu sind die einzelnen Panels mit Niedrigvoltbatterien ausgestattet, die eine hohe Sicherheit mit größtmöglicher Effizienz verknüpfen. Die Steuerung erfolgt über die App SolControl, die statische Daten anzeigt und sogar bei der Stromversorgung selbst mitdenkt: Die Software merkt sich das Nutzungsverhalten seines Besitzers und priorisiert die wichtigsten Geräte mit seiner sauberen Solarenergie. Mit dieser Erfindung werden noch mehr Menschen Zugang zu moderner, umweltfreundlicher Energieversorgung erhalten; zum Beispiel Personen ohne Eingenheim oder großem Grundstück, die keinen Platz haben für riesige Anlagen, oder Personen, die häufig unterwegs sind.

Quelle: inhabitat.com

6. Februar 2018
von thobit
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Ist Nachbarschaft heute noch möglich?

Die Antwort auf die im Titel gestellte Frage ist ohne Umschweife: Ja. Menschen sind soziale Wesen. Ohne in soziale Beziehungen eingebettet zu sein, könnten sie weder materiell noch psychisch überleben. Soweit es sich um informelle Beziehungen handelt, beruhen sie auf Verwandtschaft, Freundschaft oder auf räumlicher Nähe. Letztere nennt man Nachbarschaft. Aber welche Qualität diese sozialen Beziehungen annehmen und welche Rolle sie spielen, ist historisch wandelbar (Walter Siebel in dem sehr empfehlenswerten Buch Nachbarschaft)

Gebundene Ausgabe: 244 Seiten
Verlag: Callwey, G (28. September 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3766718177
ISBN-13: 978-3766718174

6. Februar 2018
von thobit
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Besser leben unter Freunden – für starke Nachbarschaft

Der Dalai Lama hat es einmal treffend formuliert: “Wir sind schon bis zum Mond und wieder zurück gereist, haben aber Probleme, den neuen Nachbarn von gegenüber anzusprechen.” Über Facebook sind wir mit hunderten Menschen “befreundet”, kennen aber vor allem in der Stadt kaum noch unseren unmittelbaren Nachbarn. Dabei lohnt es sich, gerade diese starke Gemeinschaft vor Ort wieder aufleben zu lassen und zu pflegen.

Möchtest du wie viele andere Menschen deine Nachbarschaft näher kennenlernen? Vielleicht wünschst du dir auch, dass man in deiner Umgebung aufeinander Acht gibt, sich unterstützt oder sich gegenseitig Dinge leiht?

Gute Kontakte zwischen den Nachbarn stärken das Gemeinschaftsgefühl, den Zusammenhalt und vereinfachen unser Leben. Darüber hinaus helfen sie, Ressourcen sinnvoller zu nutzen. Statt sich zum Beispiel eine neue Bohrmaschine zu kaufen, die dann die meiste Zeit im Keller liegt, kannst du sie auch vom Nachbarn leihen und ihm bei anderer Gelegenheit mit einem Ei oder einem anderen Nachbarschaftsdienst aushelfen.

Doch wie funktioniert der erste Schritt zur starken Nachbarschaft?

Den ersten Kontakt herstellen

Der erste Schritt fällt oft schwer. Dabei gibt es im Alltag viele Möglichkeiten, dem Nachbarn eine Freude zu bereiten. In praktisch jedem Kulturkreis gilt das ungeschriebene Gesetz der Reziprozität: Erst geben, dann nehmen. Wann immer du jemandem hilfst, fühlt sie oder er sich verpflichtet, dir auch zu helfen. Verschenkst du etwas, wird ein Geschenk zurück kommen. Gibst du ein Lächeln, kommt ein Lächeln zurück.

Ist zu viel Kuchen von der Geburtstagsfeier übrig? Warum nicht ein paar Stücke davon anbieten? Bei nächster Gelegenheit nach Salz oder Eiern zu fragen, fällt dann umso leichter. Nach und nach entwickelt sich ein wechselseitiges Geben und Nehmen sowie ein positives Gefühl des gegenseitigen Gebrauchtwerdens, und die Themen für Gespräche finden sich automatisch. Mit wachsendem Vertrauen ist man unbefangener, den Nachbarn zu bitten, während einer Reise die Blumen in der eigenen Wohnung zu gießen.

Mit Vertrauen zu den Mitmenschen und etwas gegenseitiger Hilfe im Alltag lässt sich das Leben besser meistern. Der Grundstein für wertvolle Nachbarschaft ist gelegt!

Den Kontakt vertiefen

Wenn die Hemmschwelle erst einmal überwunden ist, gibt es viele Möglichkeiten, seine Nachbarn weiter kennenzulernen. Gemeinsame Aktivitäten verbinden. Ein Aushang im Flur mit einer Einladung zum Grillen im Sommer bietet eine weitere Gelegenheit, sich in schöner Atmosphäre näher kennenzulernen. Warum nicht ein Straßenfest vor der Haustür organisieren, einen Gemeinschaftsgarten anlegen oder eine Tauschbox aufstellen? Dies sind nur einige Möglichkeiten von vielen.

Doch nicht nur schöne Erlebnisse, auch Schwierigkeiten schweißen die Hausgemeinschaft zusammen. Die Vermieter kündigen eine Modernisierung inklusive Mieterhöhung an? Eine gute Gelegenheit, sich zusammenzuschließen, Bedenken auszutauschen und gemeinsame Lösungen abzuwägen.

Hilfsmittel für bessere Nachbarn

Wer sich dennoch nicht traut, seine Nachbarn persönlich anzusprechen, findet vielleicht ein schwarzes Brett im Hausflur, das die Kontaktaufnahme erleichtert. Eine andere Variante, das Interesse an einem Austausch zu zeigen, unterstützt das Projekt pumpipumpe.ch. Gegen eine Aufwandsentschädigung erhältst du kleine Aufkleber mit Bildern von Küchen- oder Haushaltsutensilien, die du auf dem Briefkasten anbringen kannst. Sie zeigen deinen Nachbarn, was sie bei dir alles ausleihen können.

Kostenfreie Nachbarschafts-Plattformen wie wirnachbarn.com oder nebenan.de ermöglichen einem größeren Kreis von Nachbarn, in Kontakt zu kommen und unterstützen bei der Suche nach Hilfe und Austausch. Jedoch haben Online-Plattformen auch ihre Nachteile. Menschen ohne Zugang zur digitalen Welt, insbesondere die ältesten von uns, sind von dieser Art Nachbarschaft ausgegrenzt. Da hilft es nur, wie früher mal zu klingeln und zum Beispiel zu fragen, ob der- oder diejenige Hilfe beim Einkauf oder bei anderen Erledigungen gebrauchen kann.

Quelle: www.smarticular.net

5. Februar 2018
von habito
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Verschwendung – Wirtschaft braucht Überfluss

Verschwendung – Wirtschaft braucht ÜberflussSparen, streichen, geizen – davon reden heute alle. Nicht nur in der Politik und in den Unternehmen haben phantasielose Buchhalter und Controller die Macht übernommen.

Das ist eine Sackgasse, sagt der Wirtschaftsjournalist Wolf Lotter – mehr Wohlstand, Fortschritt und Glück ist nicht das Produkt von Knapsen und Knausern, sondern war in der Geschichte schon immer die Folge verschwenderischen Handelns. Wer nichts sät, wird nichts ernten. Von nichts kommt nichts.

Verschwendung ist gut – sie ist produktiv, sie ist erfinderisch und sie ist natürlich. Seit Milliarden von Jahren handelt die Evolution verschwenderisch. Wir sind das Produkt dieser natürlichen Vielfalt. Märkte funktionieren von jeher auf der Basis eines verschwenderischen Angebots und einer vielfältigen Nachfrage. Ein Einheitssortiment zum Einheitspreis ist bloß der Traum aller Einfältigen, die Gesellschaft und Wirtschaft mit ihrem Sparwahn überziehen. Dabei ist Verschwendung die Grundlage von Kapitalismus und Kultur.

Wer verschwendet, nützt anderen – tut also nicht nur sich selbst etwas Gutes. Wolf Lotter erteilt den Geizhälsen, Neidern, Sparaposteln und Kostendrückern eine klare Absage. Er feiert die grandiosen Verschwender, die spendablen Gönner und alle, die fröhlich nach der Devise leben: Leben und leben lassen. Oder anders gesagt: Genug kann nie genügen.

Pressestimmen:

Financial Times Deutschland, 28. Juni 2006: „Lotter schreibt geistreich und kurzweilig, brillant unerwartet und überbordend gebildet. Er verschwendet Wissen, Worte und Geschichten, zeigt die Vielfalt seiner Argumente und geht so – im Sinne des Autors – mit gutem Beispiel voran. Von Apostel Paulus über Augustinus, Napoleon, Max Weber, Henry Ford bis zu Franz Müntefering lässt Lotter so ziemlich alle auflaufen, die den Einheitskapitalismus geprägt, beschreiben oder verdammt haben.“

Werner Tiki Küstenmacher, 19. April 2006: „Es gibt wenige deutsche Autoren, die sich mit „simplify your life“ kritisch und intelligent auseinandergesetzt haben. Einer, der es in herausragender Weise getan hat, ist der Wirtschaftsjournalist Wolf Lotter, Mitgründer der großartigen Zeitschrift Brand eins. Er hat ein Buch geschrieben, dass ich zur Zeit lese und das mich sehr fasziniert. Es heißt Verschwendung …“

ca. 240 Seiten, Hardcover – 3-446-40035-4 – € 19,90 (D) – € 20,50 (A) – SFR 36,00

Wolf Lotter, Jahrgang 1962, ist Wirtschaftsjournalist und Mitbegründer von brand eins. In seinen Artikeln geht es vor allem um die Zusammenführung von Wirtschaft und ganz normalem Leben – der persönlichen Ökonomie also – und um die Weltfremdheit vieler, die Wirtschaft betreiben. Als Kommentator ist er für zahlreiche deutschsprachige Medien und Rundfunkanstalten tätig.

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15. Januar 2018
von Paul
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Das gehört mir!

Eine alte Frau starb. Engel brachten sie vor den Richterstuhl. Man fand jedoch keine einzige barmherzige Tat. Nur einmal hatte sie einem hungrigen Bettler eine Karotte gegeben.

Eine einzige liebevolle Tat wiegt jedoch sehr viel. Die Karotte wurde dem Gericht vorgeführt und der Frau übergeben. Im gleichen Augenblick, als sie sie ergriff, begann die Karotte, wie von unsichtbaren Fäden gezogen, aufzusteigen und trug die Frau mit sich gen Himmel.

Ein Bettler tauchte auf, klammerte sich an den Saum ihres Kleides und wurde mit ihr zusammen hochgehoben. Ein Dritter fasste den Fuß des Bettlers und schwebte hinan. Bald hing eine lange Menschenkette an dieser Karotte. Das Gewicht der vielen Leute, die sich an ihr festhielten, spürte die Frau jedoch nicht.

Immer höher stiegen sie, bis sie beinahe das Himmelstor erreicht hatten. Da schaute die Frau zurück, um noch einen letzten Blick auf die Erde zu tun, und sah das ganze Gefolge. Empört rief sie mit gebieterischer Handbewegung: „Macht, dass ihr wegkommt, alle! Das ist meine Karotte!“

Bei dieser herrischen Geste musste sie die Karotte einen Augenblick loslassen – und stürzte mit ihrem ganzen Tross in die Tiefe. Alles Übel auf der Welt hat nur eine Ursache: „Das gehört mir!“

Entnommen aus: Anthony de Mello: „Geschichten, die gut tun – Weisheit für jeden Tag“, Herder Freiburg 2001, S. 135