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gesund bauen – anders wohnen – besser leben

3. April 2017
von thobit
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InStore-Farming: Berliner Metro baut Kräuter und Salat im Markt an

Zusammen mit der Metro Innovation Group, entwickelt INFARM die Zukunft des Einzelhandels. Der Kräutergarten ist die erste InStore Farm in Europa. Hier werden köstliche Erzeugnisse in voller Transparenz und direkt auf Nachfrage, 365 Tage im Jahr angebaut. Beim Indoor Farming wachsen die Pflanzen auf einer dünnen, aber sehr nährstoffreichen Wasserschicht. Jede einzelne Pflanze erhält dabei die optimale Menge an Licht und Nährstoffen. Auf diese Weise soll später ein besonders intensiver Geschmack entstehen.

3. April 2017
von thobit
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Warmwasser vom Schieferdach

Die üblichen Sonnenkollektoren sehen nicht auf jedem Dach schön aus. Es geht auch anders, zum Beispiel mit Dachziegeln, die als Absorber dienen, die also aus der Sonneneinstrahlung warmes Wasser machen. Wie das funktioniert, ist bei WIKIPEDIA gut beschrieben.

Die spanische Firma Cupa Pizarras hat solch eine solarthermische Dacheindeckung entwickelt, die nicht nur aussieht wie ein traditionelles Schieferdach, sondern tatsächlich aus natürlichem Schiefer besteht. Das System heißt Thermoslate und kann auch als Fassadenbekleidung verwendet werden.

So wird’s gemacht:

http://www.cupapizarras.com/int/thermoslate

24. Juli 2016
von thobit
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Mini-Elektroauto für die Stadt der Zukunft

Microlino ist ein Mini-Elektroflitzer, der Potential als Fortbewegungsmittel der Zukunft hat und im Wege der Urbanisierung einen sinnvollen und nachhaltigen Beitrag leisten kann. Der Einstieg erfolgt über die Vordertür, das Fahrzeug wiegt 400 Kilo, die Spitzengeschwindigkeit beträgt 100 km/h, und mit einer Ladung soll man 100 Kilometer weit kommen. Als Inspirationsvorbild fungierte die als „Knutschkugel“ bezeichnete Isetta von BMW.

1. Juli 2016
von thobit
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Nachbarn

Nachbarn sind Leute, von denen wir möglichst wenig mitbekommen wollen. Was geschieht, wenn man einfach mal bei ihnen klingelt?

Lena Steeg hat es getan ()

http://www.zeit.de/2016/28/nachbarn-kennenlernen-wohnhaus-stadt/komplettansicht

21. November 2015
von thobit
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Fahrradpiste unter der U1 – wie finden Sie die Idee?

Der Tagesspiegel am 20.11.2015: Stadtentwicklung in Berlin-Kreuzberg Architekten schlagen einen Schnellweg für Radler unter der Kreuzberger Hochbahntrasse vor. Der ADFC lobt die Idee, sieht aber die bauliche Umsetzung mit Skepsis. | Pascale Müller

Das Projekt „Radbahn“ möchte Berlins ersten (weitestgehend) überdachten Radweg realisieren Quelle: Tagesspiegel

Kommentar

Ein Dach über dem Radweg macht das Radeln bei Sauwetter sicher angenehmer.

Aber die Fußgänger lässt man im Regen stehen?

Als Neu-Berliner habe ich mir hier ganz schnell das Radfahren abgewöhnt. Berlin ist chaotisch und gefährlich. Ich bin vorher anderswo sehr viel Fahrrad gefahren, mein Auto habe ich im vergangenen Jahrtausend abgeschafft. Nun gehe ich zu Fuß oder fahre Bahn oder Bus. Natürlich nervt es mich auch, dass für den durchschnittlichen Berliner Radfahrer ein Fußweg ein Radweg ist, wenn es das Vorankommen erleichtert. Aber im Grunde ist es eine lebensverlängernde Maßnahme, sich als Radfahrer vom Autoverkehr fernzuhalten. Berliner Autofahrer sind im Durchschnitt etwas zu schnell, ein bisschen überfordert, ziemlich gestresst und viel zu aggressiv.

Berliner Verantwortungsträger und Berliner Auto- und Radfahrer sollten eine hier anscheinend völlig unbekannte Tatsache zur Kenntnis nehmen: ein Fahrrad ist ein Fahrzeug und keine Gehhilfe. Wir haben jede Menge Fahrbahnen in Berlin und Straßen sind nicht erfunden worden, um vorrangig Autos darauf fahren und abstellen zu können.

Die Radwege zwischen den parkenden Autos und den Fußgängerreservaten sind eine gefährliche Angelegenheit (abbiegende LKW, toter Winkel, etc.) und sie sind mit Schuld an den außerordentlichen Angewohnheiten der Berliner Radfahrer. So müssen sich Radfahrer an den Kreuzungen wie Fußgänger verhalten, insbesondere beim eigentlich gewollten Links-Abbiegen. Wer sich als Radfahrer korrekt auf der Straße bewegt und z.B. zum Linksabbiegen ordnungsgemäß die richtige Fahrspur wählt, der wird von Berliner Autofahrern häufig übel beschimpft, behindert oder gefährdet.

Also: Radfahrer gehören auf die Fahrbahn. Und damit sie da ihre Lebenserwartung nicht verkürzen müssen, dürfen die Geschwindigkeitsunterschiede der Fahrzeuge nicht zu groß sein. Tempo 30 für Alle würde Straßen sicherer und das Fahren stressfrei machen, Staus vermeiden und mehr Berlinern aufs Fahrrad helfen.

27. März 2015
von thobit
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Ich bin für Gerechtigkeit

DIE ZEIT vom 26. März 2015:

26. November 2014
von thobit
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Bankzentrale entsteht am Ernst-Reuter-Platz

Der Tagesspiegel am 25.11.2014:

Sieben Etagen, Platz für 2500 Mitarbeiter: Für die Deutsche Bank wächst jetzt ein Neubau am Ernst-Reuter-Platz heran. Zusammen mit dem benachbarten Hochhaus soll daraus 2016 die Berliner Zentrale werden | von

http://www.tagesspiegel.de/images/visualisierung1_neubau_deutsche_bank_otto_suhr_allee_berlin_perspektive_otto-suhr-allee_hpp-architekten___on3studio_gmbh/11033178/2-format6001.jpg

Quelle: Der Tagesspiegel

Blüten (Leserbrief)

„Die City West blüht weiter auf“. Ach ja, wirklich? Interessant. Auf den ersten Blick hätte ich die dargestellten Fassaden überhaupt nicht mit dem Begriff „Blühen“ in Verbindung gebracht. Auf den zweiten auch nicht.

Mir scheint, dass der Text auf Inspirationen aus der Presseabteilung des Bauträgers basiert. Dort assoziiert man Blühen mit Beton und Geld, aber weniger mit Leben, Wachsen, Gedeihen, Schönheit.

Gut, dass sie am Ernst-Reuter-Platz bauen. Den haben wir fühlenden und sehenden Wesen längst abgeschrieben und meiden ihn so gut es irgend geht. Die Deutsche Bank übrigens auch. Meiden wir.

18. November 2014
von thobit
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Ohne Aufzug kein Einzug

Der Tagesspiegel vom 17.11.2014: Barrierefreies Wohnen — Ohne Aufzug kein Einzug Von Alexander Riedel

Die Nachfrage nach altersgerechtem Wohnraum steigt. Das Kuratorium Deutsche Altershilfe sieht bereits heute eine große Versorgungslücke in der Hauptstadt.
Schon wenige Stufen können für Senioren mitunter eine unüberwindbare Hürde auf dem Weg in ihre Wohnung darstellen. Die Lösung? Na klar, ein Fahrstuhl. Eine bundesweite Studie mit dem Titel „Aufzugsarmut: Wie altersgerecht sind Deutschlands Wohnhäuser?“ schlägt jetzt Alarm. Für Berlin konstatieren die Autoren, dass perspektivisch 10.600 Wohngebäude nachgerüstet werden müssten. Zwar führe zu rund 45 Prozent der Wohnungen bereits ein Aufzug, doch nur in jedem vierten Fall sei dieser auch stufenlos erreichbar – womit Berlin im Vergleich der deutschen Metropolen aber noch gut dastehe.
Investitionen von 848 Millionen Euro seien dennoch nötig. Weiter: http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/ immobilien/barrierefreies-wohnen-ohne-aufzug-kein-einzug/10978514.html

Nicht so einfach (Leserbrief)

Das Problem ist nicht das Geld, sondern die Konstruktion. In den meisten Häusern liegt das Treppenhaus zur Straßen-, bzw. Haustürseite und oft findet man die Hochparterre-Situation, die daher rührt, dass das Zwischenpodest der Treppe zum Obergeschoss über dem Hauseingang liegt und der Zugang deshalb 4 oder 5 Stufen tiefer als das Erdgeschoss liegen muss. Die Aufzugtüren müssen aber auf der Höhe der Wohnungen liegen. Die Wohnungseingänge befinden sich aber an der Innenseite des Treppenhauses, wo man keinen Aufzug einbauen kann, ohne den Wohnungen etwas wegzunehmen, und das ist fast nicht möglich, solange dort jemand wohnt.

Wenn Platz vorhanden ist, kann man einen Aufzug frei vor die Fassade stellen – an der Straßen- oder Hofseite und die Wohnungszugänge da hin verlegen. Das ist mit Bewohnern nicht so einfach zu machen. Die Treppe muss dann insgesamt neu gebaut werden, nämlich so, dass die Zwischenpodeste innen liegen. Zwischenpodeste sind aber nicht möglich, wenn ein Hausdurchgang nötig ist; dann müssten einläufige Treppen eingebaut werden, die mit den notwendigen 18 oder mehr Stufen eigentlich nicht zulässig sind.

Die Kosten für den Aufzug werden in den meisten Fällen den kleineren Teil der Gesamtkosten für barrierefreien Umbau ausmachen.

13. Oktober 2014
von thobit
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„Hardenberg“ am Bahnhof Zoo: So soll Berlins größtes Hochhaus aussehen

Der Tagesspiegel am 13.10.2014:

Berlin plant immer neue Türme – nun soll am Bahnhof Zoo mehr als 200 Meter hoch gebaut werden. Der Bezirk ist skeptisch, der Senat irritiert. Aber der Entwurf von Architekt Christoph Langhof findet viele Fans in der City West | von

Quelle: http://www.tagesspiegel.de/images/hardenberg_promo/10833712/1-formatOriginal.jpg

Quelle: Der Tagesspiegel

Kommentar

Stinkefinger
In Häusern dieser Höhe wird die Relation von Nutzfläche zu Verkehrs- und Konstruktionsfläche sehr ungünstig, also der Miet- oder Kaufpreis relativ hoch.
Aber es findet sich sicher jemand der es nötig hat, sich in solch einer Erektionsarchitektur darzustellen, und irgendwer schaut wahrscheinlich auch hin, so wie zu den Persönlichkeitsprothesen, die lautstark über den Kuhfürstendarm rollen und deren Sinnhaftigkeit in PS gemessen wird.

Komplexe
„Die Innenstadt verwandelt sich von einem Lebensraum in ein begehbares Anlagedepot“ … „…es entstehen am Ende fast immer vollkommen dysfunktionale Gebäude, die auch gar nicht als Bauten, sondern als – unter großen Opfern eventuell bewohnbare – Kunstwerke wahrgenommen werden wollen. Sie bedienen den Markt der Superzeichen, mit denen sich Auftraggeber […] gern ein Denkmal ihrer Prosperität und Dynamik setzen. …aufwendiger Kitsch…“ – das schreibt Niklas Maak in dem vor zwei Wochen erschienenen Buch „Wohnkomplex – warum wir andere Häuser brauchen“. Und das ist auch meine Sicht der Dinge nach 35 Jahren erlebter, erlittener und praktizierter Architektur.

Alternative
Was dem Hardenbergplatz meines Erachtens gut tun könnte, wäre zum Beispiel ein Gebäude, das wie ein Tor den Platz in Richtung Nordosten abschließt, also optisch verkleinert, aber die Durchfahrt für Autos und Busse im jetzigen Umfang beibehält. Und das Ganze stelle ich mir im baulichen Zusammenhang mit einer Tiefgarage hinten unter dem Busparkplatz vor.

Solitär. Einsame Spitze.
Mein Problem mit dem Entwurf ist nicht, dass es ein Hochhaus ist, sondern dass es wie Piefkes Bude im Schrebergarten steht und sich einfach nur selbst gefällt. Der Platz vor dem Bahnhof gewinnt damit gar nichts und das urbane Leben auch nicht.
Was moderne Architektur heute gemeinsam hat, ist der Ausdruck der Abneigung gegenüber der gebauten und lebenden Umwelt, so scheint es mir oft und auch bei diesem Projekt.

25. Juni 2014
von thobit
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Mülltrennung? Hundelokus!

Viele Verpackungen sind überflüssig. Aber in Berlin zum Beispiel wird allen Ernstes erwogen, eine Hundekotbeutelpflicht zu erlassen, also täglich! 55 t Hundedreck in circa 200.000 Portionsbeutelchen verpacken zu lassen.

Meines Erachtens macht es aus ökologischer Sicht grundsätzlich keinen Sinn, Dreck, Abfall oder Wertstoffe in Kunststoffbeutel verpackt zu entsorgen. Wer pult dann die Hundescheiße aus den Plastiktütchen, legt die tierischen Produkte zum Biomüll oder Kompost, säubert die Tütchen (mit Trinkwasser und Reinigungsmittel?) und gibt sie zum Recyceln, damit zum Beispiel Yoghurtbecher daraus gemacht werden?

Einfacher wäre es meines Erachtens, den Hunden anzugewöhnen, an bestimmten Stellen ihre Produkte abzulegen, wo sie weniger störend sind, wie z.B. im Rinnstein oder in klar definierten Hundeklos, wo sie von der Straßenreinigung leicht geerntet werden können. Für Notfälle, wenn ausnahmsweise doch mal etwas daneben geht, könnten Tüten aus Wachspapier genommen werden, die biologisch abbaubar sind (die Plastiktüten sind es kaum).

3. Dezember 2013
von thobit
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Kleines Haus, große Wirkung?

DIE ZEIT am 3. Dezember 2013: Design zum Selbstkostenpreis, das war das Motto seiner Hartz-IV-Möbel. Jetzt baut der Aktivist Van Bo Le-Mentzel ein Vier-Quadratmeter-Haus auf einem Autoanhänger. Von Lara Sielmann

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Das Unreal Estate House steht in Berlin Kreuzberg. © Benjamin Heck Quelle: DIE ZEIT

Diogene

Dieses Miniatur-Haus kann man bestellen: „Diogene“ von Renzo Piano für Vitra. | © Julien Lanoo/Vitra

Kommentar

Ein eigenes Haus mit 4 qm Wohnfläche, Heizung und Kochstelle ist besser, als auf der Straße zu liegen. Gut, dass jemand sich Gedanken über die Lebensqualität der nicht systemrelevanten Menschen macht. Die Mehrheit der Bürger und Politiker wird aber dafür sorgen, dass diese Häuser aus ihrem Blickfeld verschwinden. So, wie sie Ruhebänke im öffentlichen Raum so konstruieren, dass man nicht mehr darauf schlafen kann.

Zwischen Parkbank, „Unreal Estate House“ am einen Ende der Skala und 500-qm-Carloft-Penthouse mit Bentley vor dem Speisesaal am anderen gibt es viele Möglichkeiten. Als Architekt bin ich immer wieder überrascht, wie wenig private Bauherren und Mieter in der Lage sind, ihre ganz eigene Vorstellung von Wohnqualität zu entwickeln. Wohnqualität wird in Quadratmetern gemessen, wie Mobilität in PS.

Vernünftige durchdachte Architektur kann auf weniger Wohnfläche mehr Lebensqualität erzeugen. Die üblichen Wohnungsgrundrisse und die Kisten aus dem Möbelmarkt verschwenden zuviel Platz, der Vielen zu viel kostet. Für 12 qm Flur in einer 70-qm-Wohnung, der für nichts weiter taugt, als zum Durchgehen, jeden Monat 100 Euro ausgeben zu müssen, ist ein Ärgernis, insbesondere, wenn man dank Van Bo Le-Mentzel jetzt weiß, dass auf dieser Fläche drei Menschen wohnen könnten.

14. September 2011
von Paul
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Schöner bauen mit der Baugruppe

Die Deutsche Welle berichtet heute:

Schöner bauen mit der Baugruppe

Der Traum vom Häuschen im Grünen scheint ausgedient zu haben. Überall in Deutschlands Innenstädten tun sich Menschen zusammen, um in Eigenregie Häuser zu planen. Ohne Investoren, die die Preise in die Höhe treiben.

Eine Baustelle wie jede andere: Bagger heben ein Loch aus, Kräne transportieren Steinplatten, Arbeiter balancieren auf Gerüsten. Das Besondere ist für Uneingeweihte nicht zu erkennen: Das Haus, das hier entsteht, wurde von einer Baugruppe geplant. Utz Ingo Küppers steht zwischen Pfützen und Betonmischmaschinen und weist auf einen Rohbau, sein künftiges Zuhause. Im Frühjahr nächsten Jahres sollen hier 30 Erwachsene und 20 Kinder einziehen. Ihr gemeinschaftlich entworfenes Traumhaus entsteht auf dem Gelände eines ehemaligen Kinderheims in Köln-Sülz.

Der 69-jährige Rentner und ehemalige Leiter des Stadtentwicklungsamtes in Köln hat sich vor drei Jahren mit 16 Gleichgesinnten zu einer Baugruppe zusammengetan. Alle Mitglieder verband die Vision von einem Wohnraum, der auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten ist, und in dem sie sich ihre Nachbarn selbst aussuchen können. „Es gibt einen Gruppenraum, eine Gästewohnung, gemeinsame Waschräume und eine Dachterrasse, die wir uns teilen“, sagt Küppers. Es soll ein Modell werden für ökologisches, soziales und erschwingliches Wohnen – mitten in Köln. Der Quadratmeterpreis ist mit 3000 Euro zwar alles andere als ein Schnäppchen, aber Investoren verlangen in gleicher Lage bis zu 5000 Euro.

Eine Idee wandert durch Deutschland

Baugruppen wie die von Utz Ingo Küppers erleben in Deutschland derzeit einen Boom. Eigentlich kommt die Idee schon aus den 80er Jahren. Damals wurden in der Hamburger Hafenstraße oder in Berlin-Kreuzberg aus illegalen Haubesetzern genossenschaftlich organisierte Hausbesitzer. Politisch Links sind die privaten Bauherrn allerdings nicht, eher pragmatisch. Es zieht sie vornehmlich in gute Lagen. Dorthin, wo sie sich sonst keine Eigentumswohnung leisten können. Zur Hauptklientel zählen Akademiker und Selbständige aus den gestaltenden Berufen, wie eine Studie der Zeitschrift „Bauwelt“ herausgefunden hat. Das ruft erste Kritiker auf den Plan, die eine Gentrifizierung befürchten, weil einkommensstarke Schichten einkommensschwache verdrängen könnten.

Los ging der Trend in Freiburg und Tübingen, wo ganze Stadtviertel nach diesem Beispiel in den letzten zehn Jahren entstanden sind. Dann wanderte die Idee durch die Republik. In Berlin meldet das Wohnprojekte-Webportal mehr als 130 Bauprojekte im Stadtgebiet, die in privater Initiative ins Leben gerufen werden. Das entspricht rund einem Drittel aller Neubauten innerhalb des S-Bahn-Rings.

Leben, wo das Leben spielt

Als potentielles Baugruppen-Mitglied sieht Almut Skriver die Familie, in der beide Eltern berufstätig sind. „Für die ist das Leben mit Kindern schwer zu organisieren. Die neue Familie möchte am kulturellen Leben teilnehmen und nicht in der Vorstadt versauern“, sagt Skriver, die am Haus der Architektur in Köln das Netzwerk Baugemeinschaften gegründet hat. Als Ziel vieler Baugruppen nennt die Architektin den Wunsch, eine dörfliche Gemeinschaft in der Stadt wiederzufinden. Nach dem Motto: man kennt sich, man hilft sich.

Bei vielen Mitgliedern stehen finanzielle Überlegungen im Vordergrund. „In der Gruppe baut es sich um gut 20 Prozent billiger – verglichen mit Eigentumswohnungen oder Reihenhäusern, die Bauträger erstellt haben“, sagt Thomas Luzcak, der als Architekt die Baugruppe in Köln betreut. Doch auch Idealismus spiele eine Rolle. „Damit kündigt sich möglicherweise das Ende einer nur am Egoismus orientierten Lebens- und Denkweise an“, meint Luczak.

Nicht von der Stange wohnen

Utz Ingo Küppers steckt viel Zeit und Energie in die Baugruppe. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge spricht er von einer halben Stelle, allerdings ehrenamtlich. Als sich die Kerngruppe vor drei Jahren bildete, waren vor allem Architekten und Stadtplaner von der Partie, die von der Idee beseelt waren, das Wohnen in der Stadt neu zu definieren. Dabei mussten einige Hürden genommen werden. Der erste Wettbewerb, den die Baugruppe als Entwurf mit fertiger Finanzierung bei der Stadt Köln einreichte, fiel durch. Daraufhin sprang nicht nur die Hälfte der Mitglieder ab, es wurde auch schon viel Zeit und Geld investiert.

Beim zweiten Anlauf klappte es zwar, doch durch die gestiegenen Kosten änderte sich die soziale Zusammensetzung der Gruppe. „Wir konnten keine Leute mit niedrigem Einkommen mehr nehmen. Wir mussten uns auf die besser verdienenden konzentrieren.“ In den wöchentlich stattfindenden Treffen sei es nicht immer leicht, die Interessen aller unter einen Hut zu kriegen. „Die Gründungsphilosophie war stark darauf ausgerichtet, dass wir ökologisch wohnen. Die Jüngeren, die später dazu gestoßen sind, finden zum Beispiel eine Solarstromanlage gar nicht mehr so wichtig“, sagt Küppers.

Kompromisse gefragt

Trotzdem ist die Baugruppe für ihn ein Gegenentwurf zur Profitgier von Investoren. Und letztlich auch eine Antwort auf den seriellen und meist phantasielosen Bau von Eigenheimen, wie er landauf landab in Deutschlands Städten zu beobachten ist. Einige Architekturbüros haben sich deshalb bereits auf Baugruppen spezialisiert. Auch Thomas Luczak sieht darin eine Möglichkeit als Architekt in den Städtebau einzugreifen. „Es gibt inzwischen immer mehr Bürger, die mit dem Wohnungsmarkt wenig anfangen können, aber in der Stadt bleiben wollen.“

Luczak hat sich mit viel Fingerspitzengefühl an die Wünsche der Bewohner herangearbeitet. Das von ihm entworfene Haus bietet 65 Quadratmeter große Appartements genauso wie dreigeschossige Maisonettewohnungen mit 130 Quadratmetern. „Es kommt keine Wohnung zweimal vor“, sagt Luczak stolz. Auch Utz Ingo Küppers ist trotz aller Querelen weiterhin von der Baugruppen-Idee begeistert. „Privat verstehen wir uns alle sehr gut. Ich möchte mit Menschen aus verschiedenen Generationen und Lebensbereichen zusammenwohnen. Auch wenn es viel Arbeit ist.“

Autorin: Sabine Oelze
Redaktion: Jochen Kürten

30. August 2011
von Paul
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Neue Nachbarschaften

Eine Idee, die wir in der Traunsteiner Seniorenhausgemeinschaft auch schon angesprochen haben, finde ich gerade im

Newsletter Gemeinschaftliches Wohnen Nr. 97 vom 30.8.2011
Ein Service des „Forum Gemeinschaftliches Wohnen e.V. – Bundesvereinigung“ www.fgw-ev.de

Neue Nachbarschaften

Die Mitgliederversammlung des Forum Gemeinschaftliches Wohnen e.V. hat angeregt das Thema „Neue Nachbarschaften“ stärker bekannt zu machen.

Gemeint sind damit nachbarschaftliche Zusammenschlüsse im Bestand, die eher nicht von Wohnprojekten oder von Institutionen ausgegangen sind. Bei der Mitgliedsorganisation Urbanes Wohnen e.V. in München schreibt man „Neue Nachbarschaften“ inzwischen groß. Für InteressentInnen am Gemeinschaftsorientierten Wohnen lohnt es sich, erst zu prüfen, ob es nicht sinnvoller ist, die vorhandene Nachbarschaft zu gestalten, als ein Wohnprojekt zu stemmen.

Positiv formuliert sind Neue Nachbarschaften: Bürgerinnen und Bürger sprechen Nachbarn an, um für sich ein soziales Umfeld zu schaffen, diejenigen, die wollen, machen mit und die Gruppe trifft mehr oder minder verbindliche Vereinbarungen z.B. über Aktivitäten oder gegenseitige Hilfe, über eine Vereinsgründung oder eine gemeinsame Kasse. Wie wir alle wissen, werden solche Gruppen häufig auch nach außen in der Gemeinde aktiv.

Negativ abgegrenzt: Ambulant betreute Wohngemeinschaften sind nicht gemeint, weil sie meist von Trägern ausgehen. Nachbarschaften im Kontext von Wohnprojekten sind für Menschen, die einfach da wohnen bleiben wollen, wo sie sind, kein Beispiel, weil die Voraussetzungen anders sind. Doris Knaier von Urbanes Wohnen e.V. sammelt gute Beispiele von Neuen Nachbarschaften und bereitet die Beiträge fuer eine spätere Broschüre auf. Bitte senden Sie Informationsmaterialien zu guten Beispielen aus Ihrer Gegend.

Info: doris.knaier@urbanes-wohnen.de
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Impressum
Forum Gemeinschaftliches Wohnen e.V. Bundesvereinigung
Haus der Region
Hildesheimer Str. 20
30169 Hannover
Tel. 0511 / 475 32 53
Fax: 0511 / 475 35 30
e-mail: info@fgw-ev.de
Internet: www.fgw-ev.de
Redaktion: Richard Palm
fgwa-online@freenet.de

13. Juli 2011
von Paul
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Schwerhörigkeit als Filterproblem

Liebe Freunde und Sonstige,

„Der Mensch hat neben dem Trieb der Fortpflanzung und dem zu essen und zu trinken zwei Leidenschaften: Krach zu machen und nicht zuzuhören“ – dieses Zitat von Kurt Tucholsky habe ich gerade gefunden. Dabei fällt mir ein, dass am 15. Juli, also übermorgen, nicht nur Vollmond ist, sondern auch Freitag, und damit der volle Mond auf unseren Stammtisch fällt. Und hier kommt noch etwas zu einem beliebten Stammtischthema (gefunden bei Telepolis):

Schwerhörigkeit als Filterproblem

Peter Mühlbauer 13.07.2011

Warum Menschen ab 40 Lärm als störender empfinden

Bei manchen älteren Menschen zeigt sich Schwerhörigkeit schon beim Zwiegespräch in der ruhigen Wohnung – bei anderen dagegen scheinen nur dann Verständnisschwierigkeiten aufzutreten, wenn viele Hintergrundgeräusche eine Unterhaltung stören. Wissenschaftler haben nun eine Ursache dafür gefunden, dass Senioren Debatten in Gaststätten nicht mehr so gut folgen können wie früher.

In einem Aufsatz im aktuellen Journal of Neuroscience veröffentlicht das Team um den Neurobiologen Benedikt Grothe von der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität die Ergebnisse von Experimenten mit Wüstenrennmäusen, bei denen sie nachwiesen, dass die Nervenzellen der Tiere Geräusche um so weniger sorgfältig filtern, je älter diese sind. Dadurch fallen die rezeptiven Felder homogener aus und der Informationsgehalt der übertragenen Signale ist niedriger. Dieser Effekt ist weder eine Schallleitungsschwerhörigkeit (für die das Ohr verantwortlich ist), noch eine Schallempfindungsschwerhörigkeit (deren Ursache im Hörnerv liegt), sondern ein Vorgang, der alleine im Gehirn stattfindet.

Die Gründe dafür vermutet Grothe in einem „Defizit in der zeitlichen Verarbeitung der Information“, das durch einen Mangel beziehungsweise einen Überschuss der Neurotransmitter Glutamat, Glycin und Gamma-Aminobuttersäure (GABA) hervorgerufen wird. Dem Neurobiologen zufolge spricht nichts dagegen, dass dieser Effekt auch bei anderen Säugetieren und damit auch beim Menschen auftritt. Weil Sprache eine relativ komplexe Höraufgabe ist, macht sich der Mangel hier unter anderem dadurch bemerkbar, dass ähnliche Laute nicht mehr so gut unterschieden und Wörter nicht mehr so gut zusammengesetzt werden. Und er sorgt – so Grothe gegenüber Telepolis – wahrscheinlich auch dafür, dass sich Menschen ab dem 40. Lebensjahr durch Lärm eher gestört fühlen als jüngere.

Dass Schwerhörigkeit beim Menschen bald auch medikamentös behandelt werden kann, hält der am Biocenter in Martinsried forschende Wissenschaftler allerdings für unwahrscheinlich: Die dafür theoretisch denkbaren Mittel, die zum Beispiel bei Epilepsie zum Einsatz kommen, hätten beim derzeitigen Stand der Dosierungstechnik nämlich Nebenwirkungen, die schlimmer wären als Schwerhörigkeit. Mehr Potenzial sieht er mittelfristig darin, dass die Ergebnisse seiner Studien in der Konstruktion besserer Hörgeräte Verwendung finden.

Möglicherweise gibt es aber bei der Verschlechterung des Verstehens von Sprache einen weiteren Faktor, dem bislang weder medizinisch noch technisch begegnet werden kann: Bereits 2009 hatte ein Team um Kelly Harris von der Medical University of South Carolina in Charleston 38 Probanden im Alter zwischen 19 und 79 Jahren auf ihre Fähigkeit zum Verstehen von Wörtern hin gestestet und anschließend ihre Gehirne untersucht. Dabei stellten sie fest, dass diejenigen, die die größten Schwierigkeiten beim Hören und Verstehen hatten, eine geringe Gehirnmasse in den Heschl-Querwindungen des Hörzentrums aufwiesen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas P. Bittner

24. Februar 2011
von Paul
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Doktorarbeit: Deutsche waschen zu heiß

Pressemitteilung Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn 24.02.2011 10:55

Internationaler Vergleich: Verbraucher nutzen ihre Spülmaschinen zu ineffizient
Dr. Andreas Archut

Europäische Verbraucher machen im Umgang mit ihren Spülmaschinen gravierende Fehler. Das zeigt eine Vergleichsstudie der Universität Bonn, an der 200 Haushalte in Deutschland, Italien, Schweden und Großbritannien teilnahmen. So spülten viele Teilnehmer Besteck und Teller unnötigerweise vor oder beluden die Geräte nicht vollständig. Mit der Hand zu spülen, ist dennoch keine Alternative: Die Studie zeigt erstmals an in den Haushalten erhobenen Daten, dass Geschirrspüler in punkto Energie- und Wasserverbrauch deutlich umweltfreundlicher sind.

Die in Italien untersuchten Haushalte verbrauchten hochgerechnet durchschnittlich 5.600 Liter Wasser und 100 Kilowattstunden Energie, allein um ihr Geschirr vorzuspülen. Damit könnte ein Geschirrspüler rund 80 Mal betrieben werden. In Schweden waren es im Schnitt immerhin noch rund 3.100 Liter und 60 Kilowattstunden. „Dabei ist das Vorspülen von Hand meist überflüssig“, betont der Haushaltstechniker Professor Dr. Rainer Stamminger von der Universität Bonn. „Moderne Spülmaschinen werden mit Essensresten auch ohne Vorspülen mühelos fertig.“

Stammingers Mitarbeiter Dr. Paul Richter hat die Studie im Rahmen seiner Doktorarbeit durchgeführt. Insgesamt besuchte er 200 Haushalte in Deutschland, Italien, Schweden und Großbritannien. Mit Hilfe von Webcams beobachtete er die Verbraucher in ihrer Küche und führte Verbrauchsmessungen durch. Zudem fotografierten die Teilnehmer ihre beladenen Spülmaschinenkörbe.

Bei der Auswertung dieser Fotos stieß Paul Richter auf eine zweite weit verbreitete Öko-Sünde: „Wir haben festgestellt, dass viele Körbe nur etwa zur Hälfte befüllt wurden“, sagt er. „Wir schätzen, dass etwa jeder zehnte Spülgang eingespart werden könnte, wenn die Maschinen immer voll beladen wären.“

Deutsche waschen zu heiß

Die deutschen Haushalte zeigten sich in der Studie insgesamt recht sparsam beim Einsatz von Wasser und Energie. „Dennoch können auch die Deutschen mehr tun“, betont Professor Stamminger. „Sie nutzen viel zu häufig hohe Programmtemperaturen und verschwenden dadurch unnötig Energie. Dabei reichen bei heutigen Geräten in Kombination mit modernen Reinigungsmitteln meist schon niedrige Temperaturen für ein ausreichendes Reinigungsergebnis.“

Überrascht sind die Wissenschaftler über den hohen Anteil an Geschirrteilen, die gar nicht in den Maschinen landen: Zwischen 20 und 40 Prozent aller Teile wurden einzeln „mal zwischendurch“ unter fließendem Wasser gespült. „Das sollte man aus Gründen der Nachhaltigkeit auf alle Fälle vermeiden“, rät Dr. Paul Richter. Er empfiehlt, dieses Geschirr entweder zu sammeln und dann im befüllten Becken abzuwaschen oder aber die Spülmaschine voller zu beladen.

Geschirrspüler schonen die Umwelt

Die Bonner Wissenschaftler erforschen bereits seit acht Jahren das Spülverhalten von Verbrauchern in Europa. In früheren Untersuchungen hatten sie ihre Probanden noch zum Probespülen ins Labor gebeten. „Jetzt sind wir in die Haushalte gegangen und haben die Daten vor Ort erhoben“, erklärt Stamminger. „Unsere aktuellen Ergebnisse bestätigen die früheren Labormessungen darin, dass Spülmaschinen vergleichsweise umweltfreundlich sind: Spülen mit der Maschine braucht im Durchschnitt 50 Prozent weniger Wasser und 28 Prozent weniger Energie als Handspülen.“

Die Studie wurde von vier Haushaltsgeräte- und Spülmittelherstellern finanziert. „Da solche Querschnittsuntersuchungen des Verbraucherverhaltens bisher noch nirgends durchgeführt wurden, war das Interesse der Industrie an den Ergebnissen natürlich groß“, sagt Stamminger. „Ohne Industriemittel wäre die aufwändige Untersuchung kaum machbar gewesen.“

Die Studie ist auch in Buchform erschienen:
Christian Paul Richter, In-house Consumer Study on Dishwashing Habits in Four European Countries: Saving Potentials in Households with Dishwashing machine, 156 Seiten, ISBN: 978-3-8322-9417-5

Kontakt:
Professor Dr. Rainer Stamminger
Institut für Landtechnik der Universität Bonn
Sektion Haushaltstechnik
Telefon: 0228/73-5955 (Frau Niestrath)
E-Mail: stamminger@uni-bonn.de

Dr. Christian Paul Richter
E-Mail: c.p.richter@uni-bonn.de

Quelle: IDW http://idw-online.de/de/news410512

21. Februar 2011
von Paul
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Adel, Ämter und Allüren

Der Zweck einer Dissertation ist nicht, den Doktortitel zu erlangen, sondern den Beweis zu erbringen, dass man zu selbständigem wissenschaftlichen Arbeiten fähig ist.

Es gibt Regeln*, die bei der Abfassung einer Dissertatioin beachtet werden müssen. Wer diese Regeln nicht kennt, dem wird es schwer fallen, den Beweis für die Fähigkeit zu wissenschaftlichem Arbeiten zu erbringen.

Die wenigsten Doktoren arbeiten wissenschaftlich. Der praktizierende Arzt zum Beispiel arbeitet nicht wissenschaftlich, braucht also eigentlich auch nicht den Nachweis geführt zu haben, dass er es kann. Eigentlich müsste eher der Nachweis erbracht werden, dass er ein Könner als ein Wisser ist.

Wissenschaft und praktizierte Politik (so wie wir sie wahrnehmen) haben meines Erachtens nichts miteinander zu tun. Im Gegenteil: Wissen steht dem (klientelgerechten) Handeln mehr im Weg, als dass es hilfreich ist. Der Spruch „Wissen ist Macht“ meint eine andere Art von Wissen. Beispiele: Robert Greene: „Power – Die 48 Gesetze der Macht“ oder Han Fei: „Die Kunst der Staatsführung“ oder Niccolò Machiavelli: „Gedanken über Politik und Staatsführung“.

Wenn nun ein praktizierender Politiker bei der Ausarbeitung seiner Dissertation nicht die Regeln wissenschaftlichen Arbeitens als maßgebend ansieht, sondern eher die Schriften Han Feis oder Machiavellis – hat der dann nicht bewiesen, dass er ein „guter“ Politiker ist? Als guter Wissenschaftler wäre er seiner Partei vermutlich völlig nutzlos.

* Literaturauswahl:
• Georg Rückriem / Joachim Stary / Norbert Franck: „Die Technik wissenschaftlichen Arbeitens“
• Ewald Standop: „Die Form der wissenschaftlichen Arbeit“
• Klaus Poenicke / Ilse Wodke-Repplinger: „Duden – wie verfasst man wissenschaftliche Arbeiten?“

28. Januar 2011
von Paul
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Elektroauto

Elektro-Automobile werden auch in Zukunft eine nützliche Rolle spielen. Ich schreibe bewusst „Automobile“, das heißt „Selbstbeweger“. Ich meine nicht das Elektro-Auto, also das elektrische „Selbst“.

Elektrisch betriebene Fahrzeuge haben sich bewährt, seit mehr als 100 Jahren. Die Technik der Stromzuführung ist verbesserungsfähig aber schon sehr brauchbar. In U-Bahnen gibt es damit gar kein Problem, die Grube/n-Bahn lernt noch dazu (besonders im Winter). Schwierig ist die Stromversorgung ohne Kabel, weil dann die Energie im Fahrzeug gespeichert werden muss (Batterie, Akku, Kondensator, Brennstoffzelle), aber das wird in der Zukunft kaum noch nötig sein, weil der Mensch unter anderem auch vernünftig handeln kann und das auch tut, wenn ihm gar nichts anderes übrig bleibt.

Vom konventionellen „Auto“ oder dem elektrischen „Selbst“ – dem Elektroauto – Abschied zu nehmen, wird relativ leicht fallen, wenn andere Spielzeuge attraktiver werden. Auf die Entdeckung dieser Ersatzspielzeuge (Drogensubstitution) sollte mindestens ebenso viel Wert gelegt werden, wie auf die Entwicklung neuer mobiler Stromspeicher. Die mobile Stromversorgung sollte auf die unverzichtbaren Einsatzgebiete optimiert werden, wie zum Beispiel Rettungsfahrzeuge und Busse für den ländlichen Raum.

25. Januar 2011
von Paul
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IHK gegen Solarenergie

Aus dem IHK-Newsletter Nr. 462 vom 25. Januar 2011

Als richtig wertet der IHK-Hauptgeschäftsführer [Peter Driessen] die Entscheidung für die Kernkraft. „Mag das Festhalten Merkels und Oettingers an der Kernkraft heute noch unpopulär sein, könnten es ihnen die Stromkunden morgen schon danken: Nirgendwo lässt sich Strom billiger produzieren als in einem abgeschriebenen Kernkraftwerk“, schreibt Driessen. Die in Deutschland jahrelang betriebene Überförderung der Solartechnik sei dagegen preistreibend und ineffizient, wodurch sich die Ökostrom-Umlage um knapp 70 Prozent verteuert habe. Die von Berlin angekündigte weitere Kürzung der Solarförderung sei daher überfällig. Driessen schlägt dagegen vor, mehr in Forschung und Entwicklung neuer Energietechnologien zu investieren.

25. Januar 2011
von Paul
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Gangsterwirtschaft

Wie die organisierte Kriminalität Deutschland aufkauft

(ein Buchtipp)

In die Krise geratene deutsche Unternehmen werden mit illegal erwirtschafteten Geldern gerettet – und Politik und Geldelite machen mit. Bestsellerautor Jürgen Roth über Macht und Einfluss krimineller Syndikate.

Allein im letzten Jahr wurden 40 Milliarden kriminell erwirtschaftete Euro in die deutsche Wirtschaft eingespeist. Entweder wird das Geld direkt in kriselnde Unternehmen investiert – wie im Fall der Wadan-Werft in Warnemünde oder der HSBC Bank. Oder aber die Gelder werden über Strohmänner und korrupte Banker auf Konten transferiert und von dort in Aktien, Fonds oder Unternehmen investiert.

Der eigentliche Skandal: Politik und Justiz schauen nicht nur zu, sondern schützen die kriminellen Strukturen auf vielfältige Weise. Jürgen Roth zeigt, Wie Kontrollinstanzen wie die BAFIN bewusst schwach gehalten werden, Abgeordnete, die keine Ahnung haben, auf Druck von Lobbyisten Gesetze durchpeitschen, die der organisierten Wirtschaftskriminalität zugute kommen, und wie die Geldelite mit den Gangstern kooperiert, deren wirtschaftlicher und politischer Einfluss dadurch massiv steigt. Auf der Strecke bleiben Rechtsstaat, Demokratie und Milliarden an hinterzogenen Steuergeldern, die der Öffentlichen Hand und damit den Bürgern fehlen.

Eichborn Verlag 2010 – 19,95 € (D)

Quelle: http://juergen-roth.com/gangsterwirtschaft.html

Bestellen: http://amzn.to/hR4qYf

24. Januar 2011
von Paul
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Lügen mit Zahlen

Zahlen lügen nicht – oder etwa doch? Wie wir mit Statistiken manipuliert werden

Ein Buchtipp

Gerd Bosbach, Professor für Statistik, Mathematik und Empirie am RheinAhrCampus in Remagen, und Jens Jürgen Korff, Historiker und Politologe veröffentlichen heute bei HEYNE ihr Buch „Lügen mit Zahlen – Wie wir mit Statistiken manipuliert werden“.REMAGEN. Statistiken begleiten uns den ganzen Tag, denn ständig wird etwas in Zahlenreihen erfasst, ausgewertet und verglichen. Das Problem: Mit kleinen Tricks lässt sich fast jede Statistik so frisieren, dass sie nahezu jede Aussage bestätigt – oder widerlegt. Gerd Bosbach, Professor für Statistik, Mathematik und Empirie am RheinAhrCampus in Remagen, und Jens Jürgen Korff, Historiker und Politologe, tauchen in ihrem neuen Buch „Lügen mit Zahlen – Wie wir mit Statistiken manipuliert werden“ ein in die Welt der Zahlen und erklären, wie leicht man mit ihnen lügen und belogen werden kann.

Wie kommen die glatten Trends in den Wahlprognosen zustande? Gibt es wirklich eine Kostenexplosion im Gesundheitswesen? Was ist von den blumigen Versprechen der privaten Altersvorsorge zu halten? Warum hat ausgerechnet die Vatikanstadt die höchste Kriminalitätsrate der Welt? Grafiken und Statistiken erwecken den Eindruck von Objektivität und Exaktheit, dabei lässt sich mit ihnen alles und das Gegenteil beweisen. Die Autoren decken auf, wie wir täglich belogen und manipuliert werden, wie repräsentativ Umfragen tatsächlich sind, was eine gefühlte Inflation ist und wie Medikamenten-Studien geschönt werden. Aber dabei bleiben sie nicht stehen, sondern helfen mit einer Check-Liste Anwendern, Fakten für wichtige Entscheidungen zu prüfen.

Ein verständliches und witziges Buch voller Aha-Erlebnisse für alle, die Zeitung lesen, die Nachrichten und Wetterprognosen verfolgen oder wählen gehen.

Prof. Dr. Gerd Bosbach, geboren 1953, lehrt Statistik, Mathematik und Empirie an der Fachhochschule Koblenz, Standort Remagen. Tiefen Einblick in die amtliche Statistik und den Umgang der Politik mit diesen Daten erhielt er bei seiner mehrjährigen Tätigkeit im Statistischen Bundesamt, für das er verantwortlich Finanz-, Wirtschaftsministerium und die wissenschaftlichen Dienste des deutschen Bundestages beriet. Bei der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung lernte er anschließend alles über „interessensgeleitete“ Statistik. Er hat bereits zahlreiche Beiträge zu den Themen Bevölkerungsentwicklung, Gesundheitsfinanzierung und Statistikmissbrauch veröffentlicht.

Jens Jürgen Korff, M. A., geboren 1960, ist studierter Historiker und Politologe, Autor von Umweltlexika und aktiv im Umwelt- und Klimaschutz. Er lebt im Raum Bielefeld.

Gerd Bosbach, Jens Jürgen Korff: Lügen mit Zahlen – Wie wir mit Statistiken manipuliert werden
Originalausgabe – 320 Seiten – € 18,99 [D] / € 19,60 [A] / CHF 32,90 – ISBN 978-3-453-17391-0

Erscheinungstermin: 24.01.2011

Bestellen: http://amzn.to/epBOzv

19. Januar 2011
von Paul
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alternativlos konsensfähig

Alternativlos ist Unwort des Jahres 2010. Das passt, und auch die offizielle Begründung gefällt mir gut.

Hier in Hinterbayern höre ich von maßgeblichen Vordenkern immer wieder: „Wenn Sie wollen, dass man Sie ernst nimmt, müssen Sie erstmal beweisen, dass Sie konsensfähig sind“.

Also, erst wenn ich bewiesen habe, dass ich (z.B.) die Meinung meines Oberbürgermeisters überzeugend selbst vertreten kann, ist der bereit, mich zu verstehen. Ansonsten: „Sie sind ja als Querulant bekannt. Mehr sag ich nicht.“

19. Januar 2011
von Paul
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Industrie (DIHK) warnt vor Datenschutz

Änderung der EG-Datenschutz-Richtlinie: DIHK warnt vor möglicher „Wirtschaftsbremse“

aus dem IHK-Newsletter Nr. 461 vom 18. Januar 2011

Der DIHK hat an der Konsultation der EU teilgenommen und hierbei Strategieüberlegungen der EU im Vorgriff auf eine beabsichtigte Änderung der EG-Datenschutz-Richtlinie 95/46/EG bewertet. Ausdrücklich begrüßt der DIHK, dass EU-weite Regelungen zur Erleichterung des Datentransfers in Drittländer sowie zum Datenfluss in Konzernen geschaffen werden sollen. Überlegungen der EU, die Einwilligung als Regelungsinstrument einzuschränken, erteilt der DIHK eine klare Absage. „Gerade für kleinere und mittlere Unternehmen, denen das Instrument der Betriebsvereinbarung nicht zur Verfügung steht, ist die Einwilligung ein unverzichtbares Instrument zur vertrauensvollen Zusammenarbeit im Betrieb und darf daher nicht über eine EU-weite Regelung eingeschränkt werden“, so die IHK-Juristin Rita Bottler. Ferner darf Datenschutz sich nicht als Wirtschaftsbremse erweisen, fordert der DIHK. In einer globalisierten Wirtschaft müsse auch das Prinzip des Selbstdatenschutzes gesetzlich implementiert werden. „Im Internetzeitalter“, so Bottler, „sind Länder- sowie EU-weite Regelungen ohnehin nur begrenzt erfolgversprechend.“

Ansprechpartner:
Rita Bottler mailto:Bottler@muenchen.ihk.de Tel: +49 89 5116 683

DIHK = Deutscher Industrie- und Handelskammertag

14. Januar 2011
von Paul
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Bio essen kann sich jede/r leisten

Diese Bücher helfen weiter:

Arm aber Bio!: Mit wenig Geld gesund, ökologisch und genussvoll speisen. Ein Selbstversuch http://amzn.to/dOiS7N – 11,95 €

„Rosa Wolff, seit vielen Jahren Food-Journalistin, Kochbuchautorin und Restaurant-Testerin (und im Moment selbst knapp bei Kasse), hat es ausprobiert und einen Monat lang versucht, sich von 4,35 Euro am Tag ausschließlich mit Bio-Lebensmitteln zu ernähren.“

Hartz IV in aller Munde: 31 Tage Vollwertkost bei knapper Kasse http://amzn.to/ibnQul – 12,45 €

„Kann man sich 31 Tage lang von dem im Hartz IV vorgesehenen Anteil von 132 Euro wirklich vollwertig-biologisch ernähren? Der Autorin wurde diese Frage im Rahmen ihrer Vollwert-Webseite als Aufgabe gestellt. Sie nahm die Herausforderung an: und beantwortet die Frage mit einem eindeutigen „Ja“.“

6. Januar 2011
von Paul
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lokal handeln

Un-mittel-bare Kommunikation ist durch nichts zu ersetzen. Unmittelbar heißt ohne Mittel oder wie man heute sagt: ohne (die) Medien.

Utopia.de ist bis jetzt Medium – aber für was?

Es hat Revolutionen gegeben lange bevor Fotokopierer, Fax, Internet, E-Mail, Handy, Facebook erfunden waren. Heute haben wir Medien. Das wirkliche soziale und politische Leben, das der oder die Einzelne mitgestalten kann, findet nicht weiter entfernt statt, als jede/r auf natürliche Weise hören, sehen und fühlen kann.