habito

gesund bauen – anders wohnen – besser leben

8. Februar 2018
von habito
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Dreck

Bevor der Frühling richtig schön wird, ist er hässlich, nichts als Dreck und Matsch.

Aber dann verwandelt sich die Natur, wird bunt und üppig. Dafür sorgt der Humus im Boden. Er entsteht durch Zersetzung abgestorbener Materie, er gibt den Pflanzen Nahrung. Mir gefällt, dass das Wort Humus verwandt ist mit humilis, lateinisch für demütig. Ist es nicht so, dass demütigende Ereignisse in unserem Leben, die uns „beschmutzen“, uns „in den Dreck ziehen“, oft den fruchtbaren Boden bilden für Neues, Schönes?

(Parker J. Palmer, US-amerikanischer Autor in „Let Your Life Speak“)

8. Februar 2018
von Paul
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Es interessiert mich nicht

Es interessiert mich nicht, wie du deinen Lebensunterhalt verdienst, ich will wissen, was du brennend gerne tun würdest, und ob du zu träumen wagst, dass das, was du dir von ganzem Herzen wünschst, in Erfüllung geht.

Es interessiert mich nicht, wie alt du bist. Ich will wissen, ob du bereit bist, als Narr da zu stehen, für die Liebe, für deine Träume, für das Abenteuer, lebendig zu sein.

Es interessiert mich nicht, ob die Welt um dich herum zu deiner Weltanschauung passt. Ich will wissen, ob du die Mitte deines eigenen Kummers berührt hast, ob du durch den Verrat von Leben geöffnet worden bist oder ob du dich aus Angst vor weiterem Schmerz zurückgezogen hast. Ich will wissen, ob du Schmerz aushalten kannst, meinen oder deinen eigenen, ohne zu versuchen, den Schmerz zu verstecken, ihn auszublenden oder ihn zu beseitigen. Ich will wissen, ob du Freude aushalten kannst, meine und sogar deine. Ob du so ausgelassen tanzen kannst, dass dich das Gefühl der Ekstase bis zu den Finger- und Zehenspitzen erfüllt, ohne dass das Warnschild aufleuchtet, dass wir doch vorsichtig oder realistisch sein müssen, dass wir die Begrenztheit unserer menschlichen Existenz nicht vergessen dürfen.

Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem du studiert hast. Ich will wissen, was dich von innen her stützt, wenn alles andere wegfällt. Ich will wissen, ob du mit dir selbst allein sein kannst; und ob die Gesellschaft, die dir in der Einsamkeit bleibt, gefällt.

Von: Oriah House in: „Dreams of Desire“, Verlag Mountain Dreaming 1995

8. Februar 2018
von thobit
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Balkon im Sommer, Wohnraum im Winter

Balkone kleben wie Kühlrippen an Häuserblöcken und leiten behagliche Wärme nach draußen. Zudem ist dieser Teil des Wohnraums bei Kälte kaum nutzbar. Im Sommer dagegen möchte kaum jemand auf seinen Balkon verzichten.

flissade

Wohnraum oder Balkon? Der Übergang ist hier fließend. (Bild: flissade GmbH)

Ehemalige Studierende der Technischen Universität München (TUM) haben eine bewegliche Primärhülle entwickelt, also eine Fassade, die man nach Belieben verschieben kann. Im Wesentlichen handelt es sich um eine Fensterfront, die man im Winter an die Außenseite des Balkons schieben kann. Man vergrößert seinen Wohnraum, merzt die „Kühlrippen-Wirkung“ aus und nutzt die Sonnenstrahlung, die den Raum erwärmt und somit weitere Energie einspart. Während der Heizperiode werden die solaren Zugewinne um bis zu 300 Prozent gesteigert. Locken dagegen warme Temperaturen ins Freie, kann man die Fensterfront mit wenigen Handgriffen verschieben und den Balkon wieder Balkon sein lassen.

Vom Prinzip her ähnelt das Konzept einer Schiebetür, die man allerdings nicht nur zur Seite, sondern auch um die Kurve bewegen kann. Dies wird über eine U-förmige Schiene realisiert. Der Bewegungsradius der Elemente ist minimal – Tisch, Couch und Co. können an ihrem Platz bleiben, wenn die Türen verschoben werden. Wie gut die Idee ist, zeigt sich auch in den Preisen, die die beiden flissade-Gründer erhalten haben: Den Innovationspreis Bayern 2016, den Münchner Gründerpreis 2017 sowie den Bayerischen Gründerpreis 2017.

Mehr lesen Sie in der Pressemitteilung der Technischen Universität München (TUM)

7. Februar 2018
von thobit
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Selbstversorgung aus 400 Quadratmeter kleinem Stadtgarten funktioniert

Als Jules Dervaes mit seinem Projekt begann, glaubte er selbst kaum daran, dass es funktionieren würde: Aus knapp 400 qm Bodenfläche mitten in der Stadt eine 5-köpfige Familie zu ernähren, das klang eher wie eine Utopie als wie ein realistischer Plan! Doch nach einiger Zeit erwirtschaftete er sogar Überschüsse und verdiente damit zusätzlich 20.000 Dollar pro Jahr. Die Stadtfarm bringt pro Jahr 2.700 kg Nahrung hervor. Neben 400 verschiedenen Sorten von Gemüse und Obst »ernten« die Dervaes’ auch  Tausende Eier pro Jahr, denn sie halten in ihrem Öko-Paradies auch Hühner und Enten. Das Federvieh sorgt außerdem dafür, dass sich das Aufkommen gefräßiger Insekten in Grenzen hält, und macht so die Verwendung von Pestiziden überflüssig. Auch Ziegen, Bienen und natürlich jede Menge Kompostwürmer gehören zum Nutztierzoo der Familie. Weiterlesen…
Quelle: nur-positive-nachrichten.de via trendsderzukunft.de

 

Literaturtipps:

SelbstversorgergartenDer Selbstversorger-Garten

„Der Selbstversorger-Garten“ (Elke von Radziewsky, BLV Buchverlag) stellt das komplette Grundlagenwissen zum Anlegen und Bewirtschaften eines Nutzgartens zusammen. In Hintergrund-Reportagen werden Menschen vorgestellt, die sich mit wichtigen Pflanzen eines Nutzgartens beschäftigen – etwa ein Kartoffelspezialist oder ein Experte für alte Obstsorten.

 

 

300-qm-Gemuseland

Auf 300 qm Gemüselland den Bedarf eines Haushalts ziehen: Anleitung zum Gemüsebau des kleinen Mannes und zur Bewirtschaftung von Schreber- und Kleingärten aller Art

Der Autor, Gartenbaudirektor in Eisenach, beschreibt in diesem Buch, das in der vorliegenden Fassung bereits 1926 erschien, knapp, aber umfassend und sehr präzise, wie es jedem gelingen kann, in einem wenige hundert Quadratmeter großen Garten den täglichen Bedarf an Gemüse und Beerenobst für die ganze Familie anzubauen.
Seine Ausführungen sind auch heute noch überaus aktuell. Neben vielen Hinweisen, Arbeitsanleitungen und Tipps für die Arbeit im Nutzgarten nennt er auch die wohlschmeckendsten, ertragreichsten und widerstandsfähigsten Früh- und Spätsorten von Gemüse und Beerenobst aus dieser Zeit, von denen bis heute noch viele erhältlich sind. Dabei lassen die Grundsätze und Methoden dieser alten Gartenbaukultur immer wieder Parallelen zu den Prinzipien der Permakultur erkennen.
Ein alphabethisches Nachschlagewerk im zweiten Teil macht es leicht, schnelle und sehr praktische Informationen über die wesentlichen Pflanzen, Schädlinge, Anbau- und Arbeitsmethoden wie auch Hilfsmittel zu bekommen.

7. Februar 2018
von Paul
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Von Handel, Habgier und Hunger

Und ein Kaufmann sagte: Sprich zu uns vom Handel.
Und der Prophet antwortete und sagte:
Die Erde schenkt euch ihre Früchte, und ihr werdet keinen Mangel leiden, solange ihr zuzugreifen wisst. Durch Tauschen der Gaben der Erde sollt ihr Überfluss finden und gesättigt werden. Doch wenn das Tauschen nicht in Liebe und gütiger Gerechtigkeit geschieht, wird es lediglich bei einigen zu Habgier und bei anderen zu Hunger führen. Wenn ihr Arbeiter der See und des Feldes und des Weinbergs zum Markt geht und den Webern und Töpfern und Sammlern von Gewürzen begegnet, ruft dann den höchsten Geist der Erde an, dass er unter euch komme und die Waagschalen heilige und die Rechnung, die Wert gegen Wert abwägt. Und lasst nicht zu, dass die, deren Hände unfruchtbar sind und die ihre Worte gegen euren Schweiß eintauschen möchten, an euren Geschäften teilhaben. Solchen Menschen sollt ihr sagen: Kommt mit uns aufs Feld oder fahrt mit unseren Brüdern hinaus auf See und werft eure Netze aus. Denn das Land und die See werden euch ebenso reich beschenken wie uns. Und kommen die Sänger und Tänzer und Flötenbläser zum Markt, kauft auch von deren Geschenken. Denn auch sie sind Sammler von Früchten und Weihrauch, und das, was sie bringen, ist – wenn auch aus Träumen gewirkt – Kleidung und Speise für die Seele. Und bevor ihr den Marktplatz verlasst, vergewissert euch, dass niemand mit leeren Händen ziehen musste. Denn der höchste Geist der Erde wird nicht eher ruhig auf den Flügeln des Windes schlafen, bis die Bedürfnisse des Geringsten unter euch befriedigt worden sind.

Entnommen aus: Khalil Gibran: „Der Prophet“, dtv, München, 2008, S. 39f

7. Februar 2018
von thobit
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Alte Gebäude altersgerecht umnutzen

Eine Publikation der Age-Stiftung

Age-StiftungWohnungen für ältere Menschen findet man in historischen Altstadt- und Bauernhäusern, in Gasthöfen, Klosteranlagen und an anderen interessanten Orten. Damit Umnutzungen gelingen, müssen bereits früh im Projekt komplexe Abklärungen und Analysen gemacht werden. Diesem Aufwand stehen die Vorteile vieler Altbauten gegenüber: Die Lage ist zentral, die Versorgungswege sind kurz und es gibt Möglichkeiten für spontane Begegnungen.
Im Age-Dossier sind die Erfahrungen und das Know-how aus geförderten Umnutzungsprojekten zusammengefasst. Zudem kommen Experten aus dem Denkmalschutz, dem Brandschutz und der hindernisfreien bzw. altersgerechten Bauweise zu Wort.

Als praktische Arbeitsgrundlage dienen die Planungshinweise «Umnutzung in Alterswohnungen» von Felix Bohn, die dem Heft separat beigelegt sind.
Das Age-Dossier kann kostenlos bestellt oder online als PDF bezogen werden. Weitere Informationen zum Thema und zu entsprechenden Projekten sind auf der Themenseite «Gebäude umnutzen» abrufbar.

Zum Download: Publikationen-Shop der Age-Stiftung

7. Februar 2018
von thobit
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Das SolPad Mobile liefert mobile Solarenergie mit Speicher für Camper und Mieter

Mobile Solaranlagen lassen bezüglich ihrer Leistung und der zugehörigen Features häufig zu wünschen übrig, SolPad Mobile soll nun diese Lücken füllen. Die Module besitzen eine Speichereinheit und ein digitales Management-System, außerdem sollen sie eklatant leistungsfähiger sein als bisherige Produkte.

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Mobile Solarenergie liegt voll im Trend! / Foto: SolPad

Ein Modul inklusive Speicher wiegt etwas mehr als 11 kg

Die produzierende Firma schreibt sich auf die Fahnen, Solarenergie »demokratisieren« zu wollen, sodass wirklich alle etwas davon haben. Ihr SolPad-Mobile-System lässt sich in industrialisierten Regionen hauptsächlich als Beitrag zum Umweltschutz verstehen, in weniger entwickelten Ländern dient es auch dazu, von teuren fossilen Brennstoffen loszukommen. Zudem können sich Camper, Tiny-Haus-Besitzer und digitale Nomaden im »Arbeitsvan« netzunabhängig mit Strom versorgen, und zwar rund um die Uhr. 25 Pfund soll so eine Anlage wiegen, das sind etwas mehr als 11 kg. Jeder Mieter kann sich dieses Gerät einfach auf den Balkon stellen, vorausgesetzt, die Sonne ist ihm hold.

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So sehen die mobilen Geräte von hinten aus. / Foto: SolPad

Ein flexibler »Stromtank« für unterwegs – für Netzstrom und Solar

Eine Einheit kostet aktuell 1.795 Dollar, der Preis kann auch in Raten zu je 150 Dollar gezahlt werden. Damit liegen die Anschaffungs- und Installationskosten nach Aussage der Firma höchstens bei der Hälfte des marktüblichen Preises. Das System kann sowohl Solar- als auch Netzenergie speichern, ist also ein flexibler »Stromtank« für unterwegs. Dazu sind die einzelnen Panels mit Niedrigvoltbatterien ausgestattet, die eine hohe Sicherheit mit größtmöglicher Effizienz verknüpfen. Die Steuerung erfolgt über die App SolControl, die statische Daten anzeigt und sogar bei der Stromversorgung selbst mitdenkt: Die Software merkt sich das Nutzungsverhalten seines Besitzers und priorisiert die wichtigsten Geräte mit seiner sauberen Solarenergie. Mit dieser Erfindung werden noch mehr Menschen Zugang zu moderner, umweltfreundlicher Energieversorgung erhalten; zum Beispiel Personen ohne Eingenheim oder großem Grundstück, die keinen Platz haben für riesige Anlagen, oder Personen, die häufig unterwegs sind.

Quelle: inhabitat.com

6. Februar 2018
von thobit
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Ist Nachbarschaft heute noch möglich?

Die Antwort auf die im Titel gestellte Frage ist ohne Umschweife: Ja. Menschen sind soziale Wesen. Ohne in soziale Beziehungen eingebettet zu sein, könnten sie weder materiell noch psychisch überleben. Soweit es sich um informelle Beziehungen handelt, beruhen sie auf Verwandtschaft, Freundschaft oder auf räumlicher Nähe. Letztere nennt man Nachbarschaft. Aber welche Qualität diese sozialen Beziehungen annehmen und welche Rolle sie spielen, ist historisch wandelbar (Walter Siebel in dem sehr empfehlenswerten Buch Nachbarschaft)

Gebundene Ausgabe: 244 Seiten
Verlag: Callwey, G (28. September 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3766718177
ISBN-13: 978-3766718174

6. Februar 2018
von thobit
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Besser leben unter Freunden – für starke Nachbarschaft

Der Dalai Lama hat es einmal treffend formuliert: “Wir sind schon bis zum Mond und wieder zurück gereist, haben aber Probleme, den neuen Nachbarn von gegenüber anzusprechen.” Über Facebook sind wir mit hunderten Menschen “befreundet”, kennen aber vor allem in der Stadt kaum noch unseren unmittelbaren Nachbarn. Dabei lohnt es sich, gerade diese starke Gemeinschaft vor Ort wieder aufleben zu lassen und zu pflegen.

Möchtest du wie viele andere Menschen deine Nachbarschaft näher kennenlernen? Vielleicht wünschst du dir auch, dass man in deiner Umgebung aufeinander Acht gibt, sich unterstützt oder sich gegenseitig Dinge leiht?

Gute Kontakte zwischen den Nachbarn stärken das Gemeinschaftsgefühl, den Zusammenhalt und vereinfachen unser Leben. Darüber hinaus helfen sie, Ressourcen sinnvoller zu nutzen. Statt sich zum Beispiel eine neue Bohrmaschine zu kaufen, die dann die meiste Zeit im Keller liegt, kannst du sie auch vom Nachbarn leihen und ihm bei anderer Gelegenheit mit einem Ei oder einem anderen Nachbarschaftsdienst aushelfen.

Doch wie funktioniert der erste Schritt zur starken Nachbarschaft?

Den ersten Kontakt herstellen

Der erste Schritt fällt oft schwer. Dabei gibt es im Alltag viele Möglichkeiten, dem Nachbarn eine Freude zu bereiten. In praktisch jedem Kulturkreis gilt das ungeschriebene Gesetz der Reziprozität: Erst geben, dann nehmen. Wann immer du jemandem hilfst, fühlt sie oder er sich verpflichtet, dir auch zu helfen. Verschenkst du etwas, wird ein Geschenk zurück kommen. Gibst du ein Lächeln, kommt ein Lächeln zurück.

Ist zu viel Kuchen von der Geburtstagsfeier übrig? Warum nicht ein paar Stücke davon anbieten? Bei nächster Gelegenheit nach Salz oder Eiern zu fragen, fällt dann umso leichter. Nach und nach entwickelt sich ein wechselseitiges Geben und Nehmen sowie ein positives Gefühl des gegenseitigen Gebrauchtwerdens, und die Themen für Gespräche finden sich automatisch. Mit wachsendem Vertrauen ist man unbefangener, den Nachbarn zu bitten, während einer Reise die Blumen in der eigenen Wohnung zu gießen.

Mit Vertrauen zu den Mitmenschen und etwas gegenseitiger Hilfe im Alltag lässt sich das Leben besser meistern. Der Grundstein für wertvolle Nachbarschaft ist gelegt!

Den Kontakt vertiefen

Wenn die Hemmschwelle erst einmal überwunden ist, gibt es viele Möglichkeiten, seine Nachbarn weiter kennenzulernen. Gemeinsame Aktivitäten verbinden. Ein Aushang im Flur mit einer Einladung zum Grillen im Sommer bietet eine weitere Gelegenheit, sich in schöner Atmosphäre näher kennenzulernen. Warum nicht ein Straßenfest vor der Haustür organisieren, einen Gemeinschaftsgarten anlegen oder eine Tauschbox aufstellen? Dies sind nur einige Möglichkeiten von vielen.

Doch nicht nur schöne Erlebnisse, auch Schwierigkeiten schweißen die Hausgemeinschaft zusammen. Die Vermieter kündigen eine Modernisierung inklusive Mieterhöhung an? Eine gute Gelegenheit, sich zusammenzuschließen, Bedenken auszutauschen und gemeinsame Lösungen abzuwägen.

Hilfsmittel für bessere Nachbarn

Wer sich dennoch nicht traut, seine Nachbarn persönlich anzusprechen, findet vielleicht ein schwarzes Brett im Hausflur, das die Kontaktaufnahme erleichtert. Eine andere Variante, das Interesse an einem Austausch zu zeigen, unterstützt das Projekt pumpipumpe.ch. Gegen eine Aufwandsentschädigung erhältst du kleine Aufkleber mit Bildern von Küchen- oder Haushaltsutensilien, die du auf dem Briefkasten anbringen kannst. Sie zeigen deinen Nachbarn, was sie bei dir alles ausleihen können.

Kostenfreie Nachbarschafts-Plattformen wie wirnachbarn.com oder nebenan.de ermöglichen einem größeren Kreis von Nachbarn, in Kontakt zu kommen und unterstützen bei der Suche nach Hilfe und Austausch. Jedoch haben Online-Plattformen auch ihre Nachteile. Menschen ohne Zugang zur digitalen Welt, insbesondere die ältesten von uns, sind von dieser Art Nachbarschaft ausgegrenzt. Da hilft es nur, wie früher mal zu klingeln und zum Beispiel zu fragen, ob der- oder diejenige Hilfe beim Einkauf oder bei anderen Erledigungen gebrauchen kann.

Quelle: www.smarticular.net

5. Februar 2018
von habito
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Verschwendung – Wirtschaft braucht Überfluss

Verschwendung – Wirtschaft braucht ÜberflussSparen, streichen, geizen – davon reden heute alle. Nicht nur in der Politik und in den Unternehmen haben phantasielose Buchhalter und Controller die Macht übernommen.

Das ist eine Sackgasse, sagt der Wirtschaftsjournalist Wolf Lotter – mehr Wohlstand, Fortschritt und Glück ist nicht das Produkt von Knapsen und Knausern, sondern war in der Geschichte schon immer die Folge verschwenderischen Handelns. Wer nichts sät, wird nichts ernten. Von nichts kommt nichts.

Verschwendung ist gut – sie ist produktiv, sie ist erfinderisch und sie ist natürlich. Seit Milliarden von Jahren handelt die Evolution verschwenderisch. Wir sind das Produkt dieser natürlichen Vielfalt. Märkte funktionieren von jeher auf der Basis eines verschwenderischen Angebots und einer vielfältigen Nachfrage. Ein Einheitssortiment zum Einheitspreis ist bloß der Traum aller Einfältigen, die Gesellschaft und Wirtschaft mit ihrem Sparwahn überziehen. Dabei ist Verschwendung die Grundlage von Kapitalismus und Kultur.

Wer verschwendet, nützt anderen – tut also nicht nur sich selbst etwas Gutes. Wolf Lotter erteilt den Geizhälsen, Neidern, Sparaposteln und Kostendrückern eine klare Absage. Er feiert die grandiosen Verschwender, die spendablen Gönner und alle, die fröhlich nach der Devise leben: Leben und leben lassen. Oder anders gesagt: Genug kann nie genügen.

Pressestimmen:

Financial Times Deutschland, 28. Juni 2006: „Lotter schreibt geistreich und kurzweilig, brillant unerwartet und überbordend gebildet. Er verschwendet Wissen, Worte und Geschichten, zeigt die Vielfalt seiner Argumente und geht so – im Sinne des Autors – mit gutem Beispiel voran. Von Apostel Paulus über Augustinus, Napoleon, Max Weber, Henry Ford bis zu Franz Müntefering lässt Lotter so ziemlich alle auflaufen, die den Einheitskapitalismus geprägt, beschreiben oder verdammt haben.“

Werner Tiki Küstenmacher, 19. April 2006: „Es gibt wenige deutsche Autoren, die sich mit „simplify your life“ kritisch und intelligent auseinandergesetzt haben. Einer, der es in herausragender Weise getan hat, ist der Wirtschaftsjournalist Wolf Lotter, Mitgründer der großartigen Zeitschrift Brand eins. Er hat ein Buch geschrieben, dass ich zur Zeit lese und das mich sehr fasziniert. Es heißt Verschwendung …“

ca. 240 Seiten, Hardcover – 3-446-40035-4 – € 19,90 (D) – € 20,50 (A) – SFR 36,00

Wolf Lotter, Jahrgang 1962, ist Wirtschaftsjournalist und Mitbegründer von brand eins. In seinen Artikeln geht es vor allem um die Zusammenführung von Wirtschaft und ganz normalem Leben – der persönlichen Ökonomie also – und um die Weltfremdheit vieler, die Wirtschaft betreiben. Als Kommentator ist er für zahlreiche deutschsprachige Medien und Rundfunkanstalten tätig.

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15. Januar 2018
von Paul
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Das gehört mir!

Eine alte Frau starb. Engel brachten sie vor den Richterstuhl. Man fand jedoch keine einzige barmherzige Tat. Nur einmal hatte sie einem hungrigen Bettler eine Karotte gegeben.

Eine einzige liebevolle Tat wiegt jedoch sehr viel. Die Karotte wurde dem Gericht vorgeführt und der Frau übergeben. Im gleichen Augenblick, als sie sie ergriff, begann die Karotte, wie von unsichtbaren Fäden gezogen, aufzusteigen und trug die Frau mit sich gen Himmel.

Ein Bettler tauchte auf, klammerte sich an den Saum ihres Kleides und wurde mit ihr zusammen hochgehoben. Ein Dritter fasste den Fuß des Bettlers und schwebte hinan. Bald hing eine lange Menschenkette an dieser Karotte. Das Gewicht der vielen Leute, die sich an ihr festhielten, spürte die Frau jedoch nicht.

Immer höher stiegen sie, bis sie beinahe das Himmelstor erreicht hatten. Da schaute die Frau zurück, um noch einen letzten Blick auf die Erde zu tun, und sah das ganze Gefolge. Empört rief sie mit gebieterischer Handbewegung: „Macht, dass ihr wegkommt, alle! Das ist meine Karotte!“

Bei dieser herrischen Geste musste sie die Karotte einen Augenblick loslassen – und stürzte mit ihrem ganzen Tross in die Tiefe. Alles Übel auf der Welt hat nur eine Ursache: „Das gehört mir!“

Entnommen aus: Anthony de Mello: „Geschichten, die gut tun – Weisheit für jeden Tag“, Herder Freiburg 2001, S. 135

10. Januar 2018
von Paul
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Doppelhaushälfte – der ganze Betrug in einem Wort

„Doppelhaushälfte – auch ein Jahrhundertwort. Doppelhaushälfte. Von deutschen Architekten erfunden für den deutschen Bausparer. Doppelhaushälfte. Der Aufstieg des deutschen Bausparers vom R(rrrr)eihenhausendstück in die Doppelhaushälfte. Großartig! Doppelhaushälfte – da ist der ganze Betrug dieser Welt in einem Wort konzentriert. Der Deutsche mag nicht kürzen – Doppelhaushälfte. Wunderbar!“

Das Zitat stammt aus Matthias Deutschmanns Programm „Finalissimo“ von 1999

Schade, dass die Architekten als Erfinder des halbierten Doppelnepps herhalten müssen.

Dieser Bauwahnsinns-Virus, der sich seit Jahren pandemisch verbreitet, hat sich den ordinären Bauträger und eine diesem sehr verwandte Art – den Stadt- oder Gemeinderat – als Wirtstiere gewählt und verbreitet sich durch ungehemmten Zahlungsverkehr.

Da jede Weidefläche sofort von dem Erreger befallen wird, sobald sie sich als nutzbar erweist, wird gutartigen Haus- und Nutztieren (Architekten wie mir z.B.) die Nahrungsgrundlage völlig entzogen. Gerne füllt man aber die Ausscheidungen der oben genannten Wirtstiere in ausgenommene ausgeblutete Exemplare der genannten gutartigen Spezies, und serviert sie den meistbietenden Bau-Gourments in unserem Lande als exclusiven Leckerbissen. Die verdauen das klaglos.

2. Januar 2018
von Paul
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Totalschaden – Das Autohasserbuch

Mobilität gilt als Grundrecht schlechthin. Wer dieses Recht in Anspruch nimmt, fährt überwiegend Auto. Und fährt es gerne. Das Auto ist Lust und Leidenschaft, ist eine Wunschmaschine, ist Sucht, Droge und Seuche zugleich. Deshalb heißt es immer, man dürfe das Auto nicht verteufeln. Schon allein deshalb nicht, weil angeblich jeder fünfte Arbeitsplatz direkt oder indirekt von der Autoherstellung abhängt.

Die negativen Auswirkungen werden systematisch ausgeblendet. Klaus Gietinger liefert allerneueste Fakten und Analysen zu den Folgekosten des Autoverkehrs und nennt Ross und Reiter. Wir alle sind Täter, doch einige sind es mehr: die Drogenbarone, die Dealer und die Junkies der weltweiten Kfz-Gesellschaft.

Aber es gibt Hoffnung. Und Lösungen. Die werden hier vorgeschlagen: radikal und fundiert, pointiert und kompromisslos. Erschreckende Zahlen:– Verkehrstote in Deutschland, Schweiz und Österreich seit Ende des Zweiten Weltkrieges: 1.200.000 (nur D: 800.000).– Verkehrstote weltweit: täglich 3.000 – so viele Tote also wie bei zehn Jumbojetabstürzen, zwei Titanicuntergängen oder dem Angriff auf das World Trade Center.– Seit Erfindung des Autos starben 40.000.000 Menschen durch Unfälle – durch autobedingte Umweltverschmutzung weitere 80.000.000!

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Verlag: Westend (April 2010)
ISBN: 978-3938060476

24. Dezember 2017
von habito
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Wohnumfeld: Ein paar Verbesserungsvorschläge von Christopher Alexander

Zu der Frage, wie das optimale Wohnumfeld aussähe, hat eine Gruppe von Stadtplanern, Architekten, Philosophen unter Leitung von Christopher Alexander vor über 30 Jahren ein wundervolles Buch herausgebracht: A Pattern Language.

„Alexanders A Pattern Language ist wahrscheinlich das bedeutendste und wichtigste Buch über Architektur und Planung, das in diesem Jahrhundert erschienen ist. Jede Bibliothek, jede Schule, jede Umweltschutzgruppe, jeder Architekt und jeder Student sollte ein Exemplar besitzen.“ (Tony Ward, Architectural Design)

Das Buch ist in Deutschland mit dem Titel Eine Muster-Sprache herausgegeben worden, hat 1200 Seiten.

Die Verkehrsplanung und das Wohnumfeld nehmen den größten Raum in diesem Werk ein. Einige Überschriften:
Maschennetz von Landstraßen – Lokalverkehrszonen – Ringstraßen – Netz der Nahversorgung – Mini-Busse – Neun Prozent Parkplätze – Promenade – Einkaufsstraße – Grüne Straßen – Netz von Fuß- und Fahrwegen – Erhöhter Gehweg – Radwege und Ständer – Tanzen auf der Straße – Schlafen in der Öffentlichkeit – Fußgängerstraßen – Positiver Außenraum – Kinder in der Stadt – Zone vor dem Eingang …
Wenn man da durch ist, bleibt keine Frage hinsichtlich der optimalen Gestaltung des Wohnumfelds mehr offen – bis auf die eine: Warum lesen Politiker nicht?

Hier ein paar Zitate:

„Die Leute werden sich in Einzelhäusern nicht wohlfühlen, wenn nicht mehrere Häuser eine GRUPPE bilden und der öffentliche Grund dazwischen nicht allen Eigentümern gemeinsam gehört …
Ordne die Häuser in groben, aber identifizierbaren Gruppen von 8 bis 12 Haushalten an, jeweils um eine Gemeinschaftsfläche oder einen Weg. Leg die Gruppen so an, dass jeder durchgehen kann, ohne sich als Eindringling zu fühlen“
(Christopher Alexander: Eine Mustersprache – Muster 37)

„Menschen brauchen eine identifizierbare räumliche Einheit, zu der sie gehören. … Hilf den Leuten beim Festlegen der NACHBARSCHAFTEN, in denen sie leben – höchstens 300 m im Durchmesser mit höchstens 400 oder 500 Einwohnern…“
(Christopher Alexander: Eine Mustersprache – Muster 14)

„Ohne Gemeinschaftsflächen kann kein soziales System überleben …

Widme mindestens 25 Prozent der Bodenfläche einer Hausgruppe als Gemeinschaftsfläche, die unmittelbar an die zugehörigen Wohnungen angrenzt oder wirklich ganz in der Nähe ist.
Ganz wichtig: Sei vorsichtig mit den Autos; sie dürfen diese Flächen auf keinen Fall beherrschen“
(Christopher Alexander: Eine Mustersprache – Muster 67)

„Kinder brauchen andere Kinder. Aufgrund mancher Erkenntnisse kann man sogar annehmen, dass sie andere Kinder mehr brauchen als die eigenen Mütter…
Eine typische vorstädtische Parzellierung mit privaten Grundstücken entlang einer Straße sperrt die Kinder fast in ihre Häuser ein.

Eltern fürchten den Verkehr oder die Nachbarn und halten die Kinder im Haus oder im eigenen Garten: So machen die Kinder nie genug Zufallsbekanntschaften mit anderen Kindern ihres Alters, durch die sich jene Gruppen bilden könnten, die für eine gesunde emotionale Entwicklung wesentlich sind“
(Christopher Alexander: Eine Mustersprache – Muster 68)

„Wenn Kinder während der ersten fünf Lebensjahre nicht genug mit anderen Kindern spielen, besteht eine größere Wahrscheinlichkeit für psychische Erkrankungen in ihrem späteren Leben.“
(Christopher Alexander: Eine Mustersprache – Muster 68)

„Leg Gemeinschaftsflächen, Wege, Gärten und Brücken so an, dass Gruppen von mindestens 64 Haushalten durch einen Landstreifen ohne Straßenquerung verbunden sind.
Definiere dieses Land als den ZUSAMMENHÄNGENDEN SPIELRAUM für die Kinder dieser Haushalte“
(Christopher Alexander: Eine Mustersprache – Muster 68)

„Wenn es Kindern nicht möglich ist, die gesamte Erwachsenenwelt um sie herum zu erforschen, können sie nicht erwachsen werden. Moderne Städte sind jedoch so gefährlich, dass man Kindern nicht erlauben kann, sie frei zu erforschen.“
(Christopher Alexander: Eine Mustersprache – Muster 68)

Weitere Beispiele:

Öffentliches Zimmer im Freien (Kap. 69)

Hierarchie von Außenräumen (Kap. 114)

Gemeinschaftsbereiche in der Mitte (Kap. 129)

Gemeinsames Essen (Kap. 147)

21. Dezember 2017
von habito
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Bemerkungen über die Schönheit von Gegenständen und Häusern

Jede Kraft erzeugt eine Form.

Schönheit beruht auf Zweckmäßigkeit.

Was in sich den höchsten Gebrauchswert birgt, besitzt auch die größte Schönheit.

Wir müssen uns in Eintracht bemühen, alles Sinnlose zu beseitigen, das im oder um das Haus entsteht.

Jeder Gegenstand kann vollkommen genannt werden, der genau den Zweck erfüllt, für den er bestimmt ist. Durch Versuche finden wir heraus, was am besten ist, und wenn wir etwas Gutes gefunden haben, bleiben wir auch dabei. Denn alle Schönheit, die nicht auf Nützlichkeit gegründet ist, wirkt bald widerlich und muss laufend durch Neues ersetzt werden.

Kleinigkeiten machen Perfektion aus, aber Perfektion ist keine Kleinigkeit …

(Leitsätze der Shakers, um 1800 geprägt)

22. November 2017
von thobit
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Gemeinschaftsräume für alle Generationen

Eine Publikation der Age-Stiftung

Ein Gemeinschaftsraum bildet die ideale Grundlage für eine lebendige und gute Nachbarschaft. Voraussetzung ist, dass er für alle Generationen gleichermassen zugänglich und attraktiv ist.

Wie kann das erreicht werden? Das Age-Dossier 2015 zeigt die Möglichkeiten. Anhand von Projektbeispielen und Experteninterviews wird deutlich, wo im Projektverlauf die Weichen für einen sinnvoll genutzten Gemeinschaftsraum gestellt werden. Ein Wohnpsychologe stellt die Praxiserfahrungen in einen wissenschaftlich-systematisierenden Kontext. Ein Artikel beleuchtet gemeinschaftliche Aussenräume. Als praktische Hilfe findet sich im Heft eine handliche Planungsgrundlage mit Angaben zu Grösse, Lage und Materialisierung.

Alle im Heft erwähnten Förderprojekte sind in aktuellen Praxisporträts näher beschrieben. Die Praxisporträts sowie weitere Materialien zum Thema Gemeinschaftsräume finden Sie im Fokusthema „Gemeinschaftsräume“ auf der Website der Age-Stiftung.

Das Age-Dossier 2015 „Gemeinschaftsräume für alle Generationen“ kann kostenlos bestellt oder als Download im PDF bezogen werden.

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Zum Fokusthema „Gemeinschaftsräume“

27. Oktober 2017
von thobit
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GravityLight – Licht aus Schwerkraft

GravityLight ist eine Lampe, die keinen Stromanschluss oder Brennstoff braucht. Die Energie, die diese Lampe zum Leuchten bringt, ist überall auf unserem Planeten endlos und kostenlos verfügbar – die Schwerkraft (Gravitation).

Diese Lampe nutzt das gleiche Prinzip wie alte Stand- oder Kuckucksuhren. Ein Gewicht, an eine Schnur gehängt, wird angehoben, und wenn es losgelassen nach unten strebt, dreht die Schnur einen Dynamo, der Leuchtdioden mit Strom versorgt.

30. September 2017
von habito
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Gebaute Lebensräume (Buchtipp)

Bebauungspläne, einmal ausgeführt, können eine Strafe sein. Lebenslänglich. Für die, die damit leben müssen. Verbaut ist verbaut. Öde, Lärm, Angst der Eltern um ihre Kinder, gefährliche Geschwindigkeit, Isoliertheit, Unbehaustheit, Monotonie – das alles ist schnell festgelegt, aber kaum mehr zu beheben.
Es geht aber auch anders: Auch freudiges Nachhausekommen, Spiele und Gespräche vor der Haustür, Platz für Gras und Bäume, Raum und Gestalt, Geborgenheit, Zuhause lassen sich planen. Das Planungselend wird eher größer, der Hunger nach Qualität auch.
Dieter Wieland wirbt eindringlich für eine geschlossene Bauweise, die allen wichtigen menschlichen Bedürfnissen gerecht wird und einer Verwüstung der Landschaft entgegenwirkt. Wenn die Zeiten schlechter und die Ressourcen knapper werden, zählt Qualität um so mehr. Der Autor stellt mustergültige Beispiele dieser Bauweise aus Vergangenheit und der Gegenwart der 80er Jahre vor. Bis heute haben sie nichts an Vorbildwirkung verloren. Alter spielt bei Architektur und Städtebau keine Rolle. Das einzige, was zählt, ist Qualität.
Der 1937 geborene Filmemacher Dieter Wieland ist durch seine Fernsehdokumentationen, Bücher und Ausstellungen einer der untergründig einflussreichsten Architekturkritiker unserer Zeit geworden. Besonders gilt das für sein berühmtes, in den 70er Jahres erstmals erschienenes Bauen und Bewahren auf dem Lande, ein Bausündenbuch zum Bessermachen, das immer noch beim deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz erhältlich ist.
„Gebaute Lebensräume“ ist jetzt wieder erschienen bei Manuscriptum für 14,80 Euro.

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18. August 2017
von thobit
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Über den Sinn von menschlicher Arbeit

Aus dem Inhalt:

Wer kann mir den Sinn von menschlicher Arbeit erklären, wenn sie nicht dazu führt, dass diejenigen, die sie leisten,
– ihre Ernährung und Gesundheit verbessern,
– mehr Zeit zur Selbstbestimmung bekommen,
– mehr Gelegenheiten erreichen, das zu tun, was sie wirklich gerne tun,
– immer mehr Raum zum Pflegen der persönlichen Beziehungen haben, so dass nicht die Steigerung des Bruttosozialproduktes, sondern
– die Steigerung der Lebensqualität im Mittelpunkt steht?
Angst_v_d_Glueck

Wer kann mir die Ziele einer Weiterentwicklung unserer Wirtschaft plausibel machen, wenn sie nicht dazu führt, dass für den Einzelnen so viel Glück und so wenig Zwang wie möglich entsteht?
Wer kann sich noch belügen und von «Fortschritt» sprechen, wenn Fremdbestimmung, Stress und Zwänge stetig steigen, und als «Belohnung» dafür die Autos, mit denen von Termin zu Termin gehetzt werden muss, schneller werden?
Wie kommt es, dass sich die weit überwiegende Mehrzahl der gesellschaftlich Verantwortlichen viel mehr Gedanken über die Ankurbelung des Konsums machen als darum, wie das Leben in der Gemeinschaft für ihre Mitglieder, denen all das doch schließlich dienen soll, lebenswerter und menschlich reicher wird?
Wem dient es, wenn Globalisierung unseren Stress und unsere Krankheiten auf die ganze Welt verteilen wird, anstatt Lebenswert und Lebensqualität zu verbreiten?
Auch hier scheint es mir leichter, die Triebfedern dieser Entwicklung zu erklären, wenn wir sie nicht als Nebenwirkungen ansehen, sondern als aktiv gelebte Gewohnheiten unserer Gesellschaft. So gesehen kann man formulieren:
Unsere Wirtschaft und Gesellschaft hat auch das Ziel, Kampf, das Ertragen von Schmerz und die Fähigkeit, sich zu quälen, zu einem Teil unseres Alltags zu machen. Drehen wir die glänzende Medaille einmal um, und wir erkennen: Ein Ziel unserer Arbeit und Politik ist die aktive Aufrechterhaltung von Stress, Kampf und Selbstschädigung. Früher dienten diese Gewohnheiten dazu, der Natur oder anderen Menschen die Nahrung und die Utensilien des täglichen Lebens abzuringen.
Heute ist die Liste der Produkte endlos, die tatsächlich niemand braucht, um zufrieden zu leben. Trotzdem arbeiten viele Menschen unter großem Einsatz an solchen Produkten; sie leisten ein mühevolles, sinnloses Arbeitsleben.
Damit sie dafür Geld bekommen, müssen ihre Tätigkeiten in einem formalen Rahmen Anzeichen von Zwang, Stress, Unlust oder Selbstbeschädigung haben; damit steigt ihre Chance, als Arbeit anerkannt und entlohnt zu werden.

Unsere industrialisierte Gesellschaft wäre problemlos in der Lage, all ihre Mitglieder zu ernähren und ihnen ein Dach über dem Kopf zu bieten, auch wenn nur ein Bruchteil des allgegenwärtigen Stress und seiner Folgen gefordert und gefördert würde.

Doch dieses Wissen existiert noch nicht öffentlich. Stattdessen unterliegen wir den alten Gewohnheiten und versorgen uns, ohne nachzudenken, mit dem Maß an Kampf und Schmerz, das seit Jahrhunderten zu unserer Kultur gehört.

Nicht wenige von uns sind sogar stolz darauf, diesem Irrtum zu erliegen und für eine Karriere zu leben, die die natürlichen Glücksbedürfnisse des Menschen überhaupt nicht im Blick hat, sondern sich nur auf Kampf um Konsum richtet. In diesem Zusammenhang begegnet uns auch das Phänomen der «Workaholics». (Dr. Rainer Tschechne: „Die Angst vor dem Glueck – Warum wir uns selbst im Weg stehen“; Langen Mueller Verlag, Muenchen 2003, 3-7844-2907-6,
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6. Juli 2017
von habito
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Schmeckts?

schmeckts
Buch (nicht nur) für Kinder von Sabine Jäger (Autor), Hermann Schulz (Autor), Jörg Mühle (Illustrator), Verlag Sauerländer: Wieso werden Lebensmittel quer durch die Welt transportiert? Warum ist jedes Stück Brot auch Politik? Was hat Vitaminmangel mit Columbus zu tun? Warum soll man nicht glauben, was die Werbung behauptet? Wenn wir in unseren Supermärkten die Wahl zwischen 9000 Lebensmittelprodukten aus aller Welt haben, hilft es, besser Bescheid zu wissen. Auch über gen-verändertes Gemüse, Hühnerbrust im Kühlregal oder Fische voller Quecksilber. Und: Warum ist Übergewicht eigentlich gefährlich. Wie entsteht Geschmack? Was heißt Bio? Warum ist es toll, zu Hause oder auch in der Schule zu kochen und einen Schulgarten zu haben? Essen ist eines der großen Grundthemen unseres Lebens? zu sehen z. B. in dem Erfolgsfilm „We feed the world“. Interesse zu wecken, ohne zu belehren, das leistet dieses Buch. Mit einem Vorwort von Jean Ziegler, dem UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung Mit einem Lexikon der Lebensmittel und vielen zweifarbigen Zeichnungen von Jörg Mühle.

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5. Juni 2017
von habito
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Bäume steigern das Wohlbefinden

Eine Forschungsarbeit der amerikanischen Wissenschaftlerinnen Virginia I. Lohr und Caroline H. Pearson-Mims des Departments of Horticulture and Landscape Architecture der Washington State University belegt, dass das Betrachten von Bäumen einen wohl tuenden Einfluss auf die Menschen ausübt.

Veränderungen im visuellen Umfeld beeinflussen die Wahrnehmung.

Ziel der Studie war es, die psychologischen und physiologischen Eindrücke einer urbanen Szenerie mit Bäumen unterschiedlicher Form wie konisch, kugelförmig und ausladend mit unbelebten Objekten zu vergleichen. Anhand von Computergrafiken, die ein städtisches Szenario zum einen ohne Baumbestand und zum anderen mit einzelnen, unterschiedlichen Baumformen darstellten, sollte die allgemeine Befindlichkeit der Probanden untersucht werden.

Forschungsergebnis
Die Probanden zeigten mehr positive Emotionen wie Glücksgefühle, Freundlichkeit und Aufmerksamkeit und weniger negative Emotionen, wie Traurigkeit, Furcht und Ärger beim Betrachten der urbanen Szenerie mit Baum. Besonders verstärkt wurden die positiven Gefühle bei der Computergrafik mit der ausladenden Baumform. Signifikante Unterschiede beim Überprüfen von Blutdruck und Hauttemperatur konnten nicht festgestellt werden.

Zusammenfassend kann konstatiert werden, dass die Studie eindrucksvoll unterstreicht, welche heraus-ragende Bedeutung Bäume, gleichgültig welcher Form, in einer städtischen Umgebung spielen. Sie wirken auf den Stadtmenschen als beruhigende Katalysatoren und tragen zu einem Wohlgefühl und damit einer besseren Gesundheit bei. Da die positiven Eindrücke besonders bei den Bäumen mit ausladender Wuchs-form verstärkt wurden, sollten sie vor Institutionen wie Krankenhäusern, Arbeitsämtern etc. eingesetzt werden, denn hier befinden sich Menschen in meist unangenehmen Ausnahmesituationen.

Quelle: http://www.plants-for-people.de/history/baeume.htm 2005

9. Mai 2017
von thobit
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„Schleichende Veränderung des Stadtbilds – wird Berlin gesichtslos?“

Eingeladen war zu einer Veranstaltung mit dem Titel

„Schleichende Veränderung des Stadtbilds – wird Berlin gesichtslos?“

Nun berichtet der Tagesspiegel über diese Veranstaltung unter der Überschrift

„Weniger Stuck, Schnörkel und Ornamente – Verschwinden Berlins schöne Häuserfassaden?“

Es ging tatsächlich nicht um das Stadtbild, sondern nur um Fassadendämmung an denkmalschutzwürdigen Häusern. Schade. Schöne Fassaden sollten selbstverständlich erhalten bleiben, aber sie allein machen nicht das Stadtbild.

Die „schleichende Veränderung des Stadtbilds“ in Richtung Gesichtslosigkeit beruht auf wesentlicheren Merkmalen. Als Beispiel möchte ich die Show-, Protz- und Kulissenarchitektur am Pariser, Leipziger und Potsdamer Platz oder beim Café Kranzler und anderswo nennen, die aus Berlin eine andere Stadt machen. Früher unverwechselbar gestaltete Läden und Gastronomie weichen Konzernfilialen mit global einheitlichem Corporate-Identity-Design.

Die Gaslaternen sollen verschwinden. Sitzbänke im öffentlichen Raum gibt es kaum noch, weil wer sitzen will, konsumieren soll. Zum Stadtbild gehören die Menschen und die Art, wie sie in der Öffentlichkeit agieren. Sehr viele gehen nur noch gesenkten Hauptes durch die Stadt. Nicht, weil die Fassaden hässlich wärmegedämmt wurden, sondern weil das interessantere Leben auf dem Diplay des Smartphones stattfindet. Nahrungsaufnahme muss immer häufiger im Gehen erledigt werden, für Ruhe fehlt die Zeit – man muss noch schnell die E-Mails checken und die Welt retten.

Die Hochgeschwindigkeits-Multitasking-Gesellschaft von heute hat nichts mit dem Bild von Berlin zu tun, was mir von den ersten Besuchen in dieser wunderbaren Stadt in den 70er Jahren in Erinnerung geblieben ist. Noch ein Beispiel: was ist auf fast allen neuzeitlichen Bildern von Berlin am häufigsten zu sehen? Autos. Die prägen das Stadtbild und die Geräuschkulisse, und der Straßenbau hat Berlin verändert und wird es weiter tun, aber nicht immer zum Vorteil.

4. April 2017
von thobit
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Endlich unendlich Energie

Die Firma EXYTRON hat ein System entwickelt, das Energie aus erneuerbaren Quellen nutzt und in einem geschlossenen System komplett ohne Emissionen Strom, Wärme oder Kälte liefert. Das System mit dem Namen SmartEnergyTechnology basiert auf Strom aus Sonnen-, Wind- oder Wasserkraft, der eine Elektrolysezelle gespeist, in der Wasser in seine Bestandteile Wasser- und Sauerstoff zerlegt wird. Der Wasserstoff wird in einem Katalysator zusammen mit CO2 zu Methan umgesetzt. Dieses „Erdgas“ lässt sich problemlos speichern und – bei Bedarf – verbrennen, zum Beispiel in einer Therme oder einem Blockheizkraftwerk.

4. April 2017
von thobit
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Das Gemüsebeet fürs Wohnzimmer

Das Massachusetts Institute of Technology MIT hat ein Ökosystem entwickelt, mit dem Sie zu Hause täglich frische Vitamine ernten können.

Aquaponik heißt das Verfahren, das Techniken der Aufzucht von Fischen in Aquakultur und der Kultivierung von Nutzpflanzen in Hydrokultur verbindet. Ein Beispiel dafür ist das Projekt Tomatenfisch vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin.

Ein paar Nummern kleiner hat das GROVE-Laboratorium dieses System jetzt fürs Wohnzimmer passend gemacht.

http://grovelabs.io/product

3. April 2017
von thobit
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InStore-Farming: Berliner Metro baut Kräuter und Salat im Markt an

Zusammen mit der Metro Innovation Group, entwickelt INFARM die Zukunft des Einzelhandels. Der Kräutergarten ist die erste InStore Farm in Europa. Hier werden köstliche Erzeugnisse in voller Transparenz und direkt auf Nachfrage, 365 Tage im Jahr angebaut. Beim Indoor Farming wachsen die Pflanzen auf einer dünnen, aber sehr nährstoffreichen Wasserschicht. Jede einzelne Pflanze erhält dabei die optimale Menge an Licht und Nährstoffen. Auf diese Weise soll später ein besonders intensiver Geschmack entstehen.