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Großbritannien plant „Ökosiedlungen“ in der Tradition der Gartenstädte

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Die britische Regierung strebt im Rahmen des Plans, bis 2020 2 Millionen neue Häuser zu bauen, den Bau von 10 „Ökosiedlungen“ in England an. Jeder dieser Siedlungen, die die Tradition der Gartenstädte des 19. Jahrhunderts fortsetzen, soll zwischen 5.000 und 10.000 Häuser umfassen. Sie sollen von anderen Siedlungsstrukturen abgetrennte, in sich geschlossene, aber mit diesen gut verbundene Kleinstädte werden. Zudem wird verlangt, wie es in der Projektbeschreibung des federführenden Department for Communities and Local Government heißt, dass sie schön gestaltet sein sollen, man in ihnen gerne wohnen will und sie mit den notwendigen Einrichtungen wie Geschäften, Schulen, Freizeitanlagen ausgestattet sind. Zwischen 30 und 50 Prozent der Häuser sollen „erschwinglich“ sein, angestrebt ist eine gemischte Bevölkerungsstruktur mit Schwerpunkt auf Großfamilien.

Die Hauptforderung ist natürlich, dass sie insgesamt, einschließlich der Geschäfte und Betriebe, CO2-neutral sein sollen, um weiteren Bauprojekten als Vorlage zu dienen. Überdies soll jede der neuen „Ökostädte“ in einem Aspekt – wie Müllentsorgung, Abwasser, erneuerbare Energien etc. – auch ein Vorbild für den Umweltschutz sein. Eingeplant werden müssen auch Grünflächen und Mittel, um die Biodiversität zu fördern. Auch beim Bau selbst sollen Techniken und Materialien eingesetzt werden, die einen möglichst geringen Einfluss auf die Umwelt haben und Bauabfall vermeiden. Geachtet werden soll auch darauf, dass möglichst wenig Privatfahrzeuge benutzt werden müssen und die Wege kurz sind. Es gehe nicht nur um Häuser, sondern auch um Jobs. Zur Vermeidung von Verkehrsbelastung ist die Einrichtung von Telearbeit erwünscht.

Staatliche Gelder werden vor allem in die Bereitstellung der Infrastruktur fließen, der Großteil der Investitionen soll aber aus der Privatwirtschaft kommen. Pläne für Ökosiedlungen können beim Ministerium mitsamt Vorschlägen zum Management eingereicht werden. Die ersten fünf der „Ökostädte“ sollen bereits 2016 bezogen werden. Eine Vorauswahl der eingereichten Vorschläge wird vom Ministerium zusammen mit der Commission for Architecture and the Built Environment, dem Royal Institute of British Architects and der Prince’s Foundation for the Built Environment erstellt. Das letzte Wort soll dann aber eine Jury aus Bürgern haben, die die 10 Gewinner festlegen.

Florian Rötzer 29.10.2007 – Telepolis

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