Gibt es kein schöneres deutsches Wort für das, was Amerikaner „Courtyard Urbanism“ nennen?
Alicia, Courtyard Urbanist versammelt eine große Fan-Gemeinde auf „X“ (Ältere kennen es als „Twitter“). Sie trommeln für einen Städtebau, der unter Stadtplanern und Baupolitikern in Vergessenheit geraten ist – auch hier in Berlin, wo die Quartiere, die den Krieg überstanden haben, die begehrtesten Wohndressen sind.
Das Idealbild der Courtyard-Urbanisten unterscheidet sich in einem Punkt von den Blockrand-Bebauungen aus der sogenannten Gründerzeit: Sie stellen sich so einen Innenhof – anders als in Berlin – als ein Ganzes vor, nicht mit Zäunen und Mauern auf Parzellengrenzen.
Aktuelle Berliner Stadtentwicklungen sind weitgehend frei von Einflüssen aus der Szene der Urbanisten, Romantiker und Wohnqualität-Experten. Gebaut wird, was Investoren lieben.
So entstehen nicht nur keine Parks ähnlichen Innenhöfe, sondern überhaupt keine öffentlichen Flächen und Räume mit Aufenthaltsqualitäten, die für soziales Leben existenziell sind.
Für Zwischenmenschliches brauchen wir Zwischenräume.
Gebaut werden Abstandsflächen.

Diese Objektpräsentation wurde angelegt von: Christ.Christ. associated architects GmbH
Kommentar von Alicia
In Berlin gibt es Gemeinschaftshöfe. Vielleicht sind sie nicht so verbreitet wie in Kopenhagen und den skandinavischen Ländern.
Die ideale Form des Hofbesitzes sieht für verschiedene Menschen und Gesellschaften unterschiedlich aus.
Ich wünsche mir einen gemeinschaftlich genutzten Innenhof, weil die Vorteile eines größeren Hofes die Nachteile überwiegen – zumindest in den Gegenden, in denen ich leben möchte.
In anderen Gegenden kann es jedoch sinnvoller sein, den Innenhof abzutrennen.
Das ist flexibel, aber das Wichtigste ist, den Innenbereich als Grünfläche zu erhalten und ihn nicht zu bebauen, wie wir es in Amerika tun.