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Länger arbeiten bringt nichts

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Nach Ansicht des Arbeitszeitexperten Gerhard Bosch würde eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit gegenwärtig weder das Wachstum stärken noch neue Arbeitsplätze schaffen. „Wir haben doch ungenutzte Arbeitszeit und Arbeitskraft im Überfluss, das zeigt die hohe Arbeitslosenrate“, sagt Bosch der ZEIT. Würde in der derzeit schwachen Konjunktur die Arbeitszeit kollektiv erhöht, würden Beschäftigte „entweder untätig herumstehen, weil niemand noch mehr Waren braucht – oder sie würden entlassen“.

Bosch, Vizepräsident des Gelsenkirchener Instituts Arbeit und Technik, verweist darauf, dass die tatsächlichen Arbeitszeiten in Deutschland schon seit Mitte der neunziger Jahre nach oben zeigen. Dies steht im Gegensatz zu den oft veröffentlichten Statistiken, die sich meist nicht auf die wirklichen, sondern die tariflichen Arbeitszeiten beziehen. Deutschland hat auch kein Lohnkostenproblem, das durch Mehrarbeit ohne Lohnausgleich gemildert werden muss. Weil die Löhne seit 1995 weniger stark gestiegen sind als in vielen anderen Industrienationen, „sind wir bei den Lohnstückkosten sehr wettbewerbsfähig“, sagt Bosch.

Quelle: ZEIT-Brief, 5. November 2003

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