habito

Das grüne Zimmer

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Der eigene Garten…

…ist ein Freiraum
, über den man selbst verfügen kann, den man frei gestalten kann. Hier muss man nicht hinnehmen, was Planer einem vorgeben, muss nicht passiv konsumieren, sondern kann aktiv gestalten. Es liegt in der Natur des Menschen, ein kleines Territorium als eigenes Revier besitzen und nach eigenem Geschmack gestalten zu wollen,

…ist für die gesunde Entwicklung der Kinder sehr wichtig. Er fördert das Verständnis und Gefühl für die natürlichen Lebensvorgänge. Das Zusammenleben mit Pflanzen und Tieren ist möglich und lernbar. Die jahreszeitlichen Abläufe werden spürbar. Der Respekt vor anderer Leute Eigentum wird gefördert.

Der wichtigste Teil des Gartens ist der intime Bereich, der vor Fremden geschützt ist. Ich nenne ihn das grüne Zimmer, weil man mit dem Begriff „Zimmer“ Privatheit, Abgeschlossenheit, Ungestörtheit verbindet. Denn der eigene Garten muss in erster Linie das völlig entspannte unbeobachtete zwanglose Dasein ermöglichen. Wer sich in seinem Zimmer aufhält, möchte nicht von Fremden beobachtet oder durch fremde Geräusche gestört werden. Konkret: keine Kleiderordnung, kein Zwang zur Selbstdarstellung, keine Gestaltungsregeln. Dieser Teil des Gartens ist unverzichtbar. Wenn das grüne Zimmer fehlt, ist der Garten nur eine Verzierung des Hauses. Auf die sonstigen Grünflächen, die in der Regel die Eigenheime umranden, verzichten viele Hausbesitzer gern, wenn stattdessen öffentliche Grünanlagen angelegt werden, die zum Spazierengehen einladen.

Ein grünes Zimmer mit 30 Quadratmetern ist gemütlicher als 1000 Quadratmeter Zierrasen mit Blumenrabatten, Natursteinterrasse, Außenkamin und Swimmingpool, wo man sein Privatleben wie auf einer Bühne den staunenden Nachbarn und Passanten zur Aufführung bringt.

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